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Medienhaus Lensing
17.03.2010 18:55 Uhr
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Bochumer Künstler: Gonschior ist tot - Farbe auf den Punkt gebracht

BOCHUM Der Bochumer Künstler Kuno Gonschior (74) ist tot. Mit ihm verliert die internationale Kunstwelt einen Maler, der wie kaum ein anderer die Farbe beherrschte. Aber das Ruhrgebiet verliert auch einen bescheidenen und fröhlichen Menschen, ohne den die Kunstszene künftig viel ärmer sein wird. Von Bettina Jäger

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Kuno Gonschior (Foto: von Wangenheim)

1935 in Wanne-Eickel geboren, studierte Gonschior an der Kunstakademie Düsseldorf und an der Universität Köln. Von Anfang an thematisierte er in seinem Werk allein die Farbe, untersuchte und analysierte ihre Wirkungen und Wechselwirkungen ähnlich sorgfältig wie der in Bottrop geborene Josef Albers. Allerdings nutzte Gonschior im Gegensatz zu Albers nicht das Quadrat, sondern den Punkt: "Teilchen" oder "Partikel" brachte er auf der Leinwand zum Flirren und Tanzen - durch raffinierte optische Effekte oder durch die Verwendung von Leuchtfarben. "Er war einer der bedeutendsten konkreten Künstler in Deutschland", würdigte ihn gestern Sepp Hiekisch-Picard vom Kunstmuseum Bochum, das ein halbes Dutzend seiner Werke bewahrt.

Professor für Malerei und Mitglied der Künstlergruppe B 1

Im Elfenbeinturm lebte Gonschior übrigens nicht. Als Professor für freie Malerei an der Berliner Hochschule der Künste prägte er ganze Studenten-Generationen. Als Mitglied der Künstlergruppe B 1 schuf er die bekannten farbigen Lärmschutzwände entlang der Autobahn 43.

Große Ausstellungen würdigten sein Schaffen

Große Ausstellungen würdigten noch zuletzt sein Schaffen. Im Kunstmuseum Bochum bemalte er eine ganze Wand, die Duisburger Küppersmühle widmete ihm 2008 eine großartige Retrospektive. "Ich bin beim Malen ganz high", erklärte er damals mit Humor. Die Malerei erlebe er immer noch als Rausch des Schaffens.



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