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Medienhaus Lensing
12.03.2009 16:21 Uhr
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Heinz-Albert Heindrichs veröffentlicht sein Lebenswerk

GELSENKIRCHEN Heinz-Albert Heindrichs hat eine seltene, eine faszinierende Begabung. Er ist Synästhetiker. Seine Sinne arbeiten auf einzigartige Weise zusammen, lassen ihn Musik als Farbe sehen und das in Worte fassen. Kein Wunder also, dass seine Gedichte direkt an die Seele greifen, uns im Innersten berühren. Acht Bücher hat Heinrichs gerade auf einen Schlag veröffentlicht. Von Bettina Jäger

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Heinz-Albert Heindrichs hat acht Gedichtbände veröffentlicht, vier folgen noch. (Foto: Jäger)

Die Verblüffung beim Rimbaud-Verlag in Aachen sei groß gewesen, erzählt der 78-jährige Komponist. Das hatte es dort seit vielen Jahren nicht gegeben, dass ein Autor plötzlich mit einem Lebenswerk in der Tür stand - noch dazu mit 1200 Gedichten von so außerordentlicher Qualität. Gedichte, an denen kein Wort zu viel und keine Metapher zu wenig ist. Gedichte, die von musikalischen Themen ("Honigklavier") über Liebes-Oden ("Weil es Dich gibt") bis zu genialen Sprachspielereien ("Nonnensense") reichen.

Geordnet nach Themen, aber auch nach einem raffinierten Zahlenkonzept, ergeben die zwölf Bände - vier erscheinen noch - ein Gesamtkunstwerk.

Nie Klinken geputzt wegen der Gedichte

Klinken geputzt habe er wegen seiner Lyrik nie, sagt der Mann mit dem imposanten weißen Haarschopf. Auch der Kontakt zum Rimbaud-Verlag war zufällig entstanden. Zwar hatte Heindrichs einmal drei Gedichtbände veröffentlicht, doch der Verlag machte Pleite. Über Jahrzehnte las der Autor nur seiner Frau und seinen Freunden vor. "Dabei war ich nicht vom Kulturbetrieb vereinnahmbar", erklärt er seine Dichtkunst.

Denn Heindrichs, der seit 1960 in Gelsenkirchen wohnt, ist eine öffentliche Person. Er komponierte für Film und Bühne, arbeitete mit Regie-Legenden wie Erwin Piscator zusammen. Die Uni Essen berief ihn 1966 zum Professor, 1989 dann die Folkwang-Hochschule. Seit 45 Jahren rezensiert er für unsere Zeitung. Bekannt sind auch seine gemalten "Notationen".

Berühmte Synästhetiker waren Goethe und Liszt

Trotz der Arbeit und des Familienlebens - mit seiner Frau Ursula hat Heindrichs drei Söhne - erkannte der Musikfachmann früh seine synästhetische Begabung, die mit berühmten Künstlern wie Goethe und Liszt teilt. Bilder, Sprache und Musik sind im Werk von Heinz-Albert Heindrichs eine unauflösliche Verbindung eingegangen. Nur dass die Fähigkeit zur Synästhesie mit dem Alter nachlässt, macht ihn traurig. "Beim Regentropfen-Prélude von Chopin habe ich immer dunkelroten Samt gesehen", sagt der Dichter beim Blick in seinen schönen, verregneten Garten.



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