Theater Dortmund: Intendant Jens-Daniel Herzog im Gespräch
DORTMUND Jens-Daniel Herzog (45), Dortmunds Opernintendant ab 1. August 2011, ist ein Mensch klarer Worte. Und entschlossen, das lecke Opernschiff Dortmund wieder auf Kurs zu bringen. Am Freitagnachmittag stand er den Theater- und Konzertfreunden Rede und Antwort.
Jens-Daniel Herzog tritt am 1. August 2011 sein Amt als Opernintendant in Dortmund an. (Foto Menne)
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Selbstbewusst stellte sich der seignierte Opernintendant vor ("Wenn Sie mich mit einem Aktienunternehmen vergleichen, wäre ich kontinuierlich erfolgreich. Große Flops gab's bei mir nicht") und machte klare Ansagen. In Richtung des neuen Schauspiel-Intendanten: "Ich kenne keine Stadt, in der die Auslastung im Schauspiel höher ist als in der Oper. Das müssen wir umdrehen, lieber Herr Voges". Und in Richtung Konzerthaus-Intendant: "Ich habe im Moment den Eindruck, man trifft sich im Konzerthaus. Dort singen die Stars fürs Geld, aber ihre Seele ist im Musiktheater."
Starke Veränderungen im Ensemble
Den Einwand einer Besucherin "Aber wenn doch die Bartoli dort Norma singt" konterte Herzog: "Frau Bartolis Stimme ist für das Dortmunder Opernhaus zu klein. Die hätte ich ablehnen müssen." Mit "denen von Klangvokal" wolle er auch noch reden: "Die arbeiten in der Richtung, in der ich mich auch gerne mal aufhalte."
Barocke Oratorien
Publikum will / muss Herzog neu gewinnen. Mit neuen, möglichst mehr Sängern ("es wird starke Veränderungen im Ensemble geben. Und künftig alle zwei, drei Wochen Vorsingen"). Mit zehn neuen Reihen, die er für die fünf Jahre seiner Vertragszeit entwickelt, mit Kinderoper, die "Junge Oper" heißen soll. Und mit Abonnenten-Pflege: "Die Oper ist ein Fitness-Center für die Fantasie".
Herzog weiß, was er will: Musik aller Epochen und auch moderne, streitbare Inszenierungen. Und was er liebt: Barockmusik. Deshalb plant er szenische Oratorien. "Für Barockmusik braucht man Spezialisten. Auch am Dirigentenpult", betonte er.
Kooperationen mit anderen Häusern strebt Herzog an, Fusionen lehnt er ab. Zwei Opern pro Saison inszeniert er selbst. 55 Inszenierungen hat der Philosoph, der 1998 mit "Tannhäuser" als Musiktheater-Regisseur debütierte, vorgelegt. Wichtig ist dem Noch-Münchner der Dialog mit dem Publikum. Der hat gestern begonnen.











