Bundeskunsthalle in Bonn: Internationale Privatsammlungen machen "Neugierig?"
BONN Wer sind die Neuerer heute und in welche Richtung bewegt sich die Kunst? Nicht mehr und nicht weniger als diese Frage möchte der Intendant der Bundeskunsthalle, Robert Fleck, mit der neuen Ausstellung "Neugierig?" beantworten.
"Mao Marilyn" heißt dieser Gelatine-Silber-Abzug. (Foto: dpa)
Doch die Schau belohnt dafür mit zahlreichen Überraschungen, die den Besucher auch schon einmal im wahrsten Sinne des Wortes ins Stolpern bringen können. Gleich am Eingang fällt man fast über einen wie tot am Boden ausgestreckten jungen Mann - einen Torero. Die Sammlung Gensollen aus Marseille hat diese Performance von Pierre Joseph geschickt.
Ebenso wie kommt die Performance "Selling Out" von Tino Seghal, der die Besucher zu Voyeuren macht. Eine Frau im roten Kostüm mit einem Namensschild der Bundeskunsthalle am Revers bietet in dieser Inszenierung einen semi-professionellen Striptease.
Im Nebenraum stellt die Olbricht Collection unter anderem Werke von Jake und Dinos Chapman aus, wie etwa das Modell eines McDonalds-Restaurants. - Als böse Kulturkritik. Zu den verstörendsten Werken zählt "Operation Rose" von Gelitin aus der Pariser Collection Antoine de Galbert, eine Art Operationssaal. Auf dem OP-Tisch befindet sich ein unförmiges, riesiges Stofftier.
Mondrian-Zitate Zur Malerei der Gegenwart in der Ausstellung gehören Arbeiten unter anderem von Thomas Scheibitz und Mathieu Mercier, der Piet Mondrian zitiert.Die privaten Kunstliebhaber würden ihre Sammlungen erstaunlich breit anlegten, stellt Fleck fest. Beachtlich sei auch, dass sehr viele Künstler zu sehen seien, die nicht auf der aktuellen Hit-Liste stünden, welche derzeit die internationalen Kunst-Versteigerungen beherrsche. Die privaten Kunstsammlungen in Deutschland seien weltführend, betont Fleck.
- Bundeskunsthalle Bonn, Friedrich-Ebert-Allee 4: "Neugierig", bis 12.5., Di/Mi 10-21 Uhr, Do-So 10-19 Uhr.
- www.bundeskunsthalle.de












