Im Kino : Jerry Cotton - Draufgänger als Durchhänger
Die Gesamtauflage steht angeblich bei einer Milliarde Büchern und Heften. Acht Filme in den 60er Jahren, Hauptrolle George Nader. Und doch fällt einem zu Jerry Cotton wenig ein. Höchstens, dass er FBI-Agent ist und Jaguar E-Typ fährt - und jetzt auch noch ins Kino kommt
Christian Tramitz als Jerry Cotton. (Foto: Constantin Film)
Das ist auch Boss und Stennert beim Drehbuchschreiben aufgefallen, also haben sie den Stoff freischwebend auf Krimikomödie getrimmt. Mehr als ein hemdsärmeliges Jux-Fabrikat kam nicht heraus, besser im Privatfernsehen als im Kino aufgehoben.
Truppe agiert auf Hampelmann-Niveau
Kumpelfilm mit ungleichem Duo: Christian Tramitz spielt Jerry Cotton, Christian Ulmen seinen Partner Phil Decker. Ulmen kommt daher wie ein verjüngter Heinz Erhardt. Er gibt den tolpatschigen Paragrafenreiter, während Tramitz den Draufgänger mimt. Der Rest der Truppe agiert auf Hampelmann-Niveau.
Den Dialekt sollte ein Schauspieler doch beherrschen
Väter der Klamotte: Moritz Bleibtreu lispelt einen Ganoven. Heino Ferch blamiert sich mit nicht gekonntem schwäbischem Dialekt. Wenn der Witz klemmt, probiere es mit Mundart! Christiane Paul (als Daryl Zanuck, haha) ist immerhin optisch ein Lichtblick, ebenso Monica Cruz, ihrer Schwester Penélope wie aus dem Gesicht geschnitten.
"Neues vom Wixxer" war dagegen Gold
Sie bewegen sich in einem Placebo von Handlung, die sich in dürftigen Slapstick und mickrige Sketche verflüchtigt. Reißbrett-Dialoge, Gagminiaturen, die den Erzählfluss stauen. Die Musik (Helmut Zerlett) betreibt Kosmetik, indem sie eine Spritzigkeit suggeriert, die dem Streifen völlig abgeht. "Neues vom Wixxer" (auch von Boss und Stennert) war Gold gegen diese Plotte piefigsten Teutonenhumors.












