"La Traviata" in Hagen: Kaum Ideen in öder Kulisse
HAGEN Fritz Pleitgen weiß, was dem Publikum gefällt. Er hätte sich auch an den Bosporus setzen können, um die Eröffnungsfeier der Kulturhauptstadt Istanbul zu verfolgen, erzählt er den Opernfreunden. Die Einladung dazu habe er bekommen, aber La Traviata in Hagen sei ihm doch wichtiger gewesen.
Prächtige Kostüme, aber wenig Bewegung: "La Traviata" in Hagen überzeugt nicht. (Foto: Kühle)
Die Opernpremiere gibt den Startschuss dazu. Und sie bietet dem Theater Hagen die Chance, nach endlosen Debatten über Defizite und Einsparungen endlich mit künstlerischem Inhalt die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Es hätte diese Aufmerksamkeit zweifellos verdient. In knapp zweieinhalb Jahren hatte es Intendant Norbert Hilchenbach vermocht, frischen Wind auf die vergleichsweise kleine Opernbühne zu bringen, die schon zu seinem Amtsantritt ums Überleben kämpfte.
Minimalkulisse aus Baumstümpfen
Beim Auftakt zum Kulturhauptstadtjahr ist davon allerdings rein gar nichts zu spüren. Der Intendant verpflichtete Gregor Horres als Regisseur für die erste Opernproduktion dieses Jahres. Und Horres glänzt durch eine derartige Ideenlosigkeit, wie sie das Hagener Publikum lange nicht mehr ertragen musste. Den langen zweiten Akt hindurch etwa tapern seine Protagonisten hilflos durch ein absonderliches Feld aus Baumstümpfen, was zu einer eher konzertanten Darbietung in einer Minimalkulisse gerät.
Hölzerne Choreographie Und selbst die kurzen Rahmenakte mit ihren Festszenen bieten jenseits der Kostüme (Ausstattung: Jan Bammes) keine Lichtblicke. Horres führt den Chor wie Schachfiguren in einer hölzernen Choreographie.Nur die Sänger und das Orchester überzeugen
Karten unter (0 23 31) 207 32 18.












