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Medienhaus Lensing
19.03.2010 17:55 Uhr
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Kürzungen an Theatern: Künstler und Theaterbesucher demonstrierten in Essen

ESSEN "Wir wollen sparen - doch wir wollen uns nicht kaputt sparen", war die Botschaft der rund 1000 Demonstranten, die am Freitag in Essen für den Erhalt von Theater und Philharmonie auf die Straße gegangen sind.Von Karin von Cieminski

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Viele Theaterbeschäftigte machten verkleidet oder mit Transparenten auf die geplanten Einschnitte aufmerksam. (Foto: v. Cieminski)

Denn erst kürzlich hat die gebeutelte Stadt Essen Zuschusskürzungen angekündigt. "Wir hätten 14 Millionen Euro weniger im Jahr, wenn man zusammen rechnet, was wir selbst schon eingespart haben plus die Mindereinnahmen plus die erneuten Kürzungen", sagte Adil Laraki, Betriebsratsvorsitzender Theater und Philharmonie Essen. Er befürchtet Sparten- und Qualitätsverluste. "So ernst wie jetzt war es noch nie. Nicht nur für Essen, auch für andere Städte."

Zusammenhalt unter Kollegen verschiedener Städte

Auf gegenseitige Unterstützung setzten auch Kollegen etwa vom Schauspiel Bochum oder der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf und Duisburg, zu erkennen an Transparenten ihrer Häuser. "Wir waren vor kurzem auch bei der Demo in Wuppertal, wir müssen zusammenhalten", solidarisierten sich die Kollegen. Die Demonstration vom Aalto Theater über das Grillo Theater bis zum Rathaus verlief schweigend - nur von Trommeln begleitet. Einige Theatermitarbeiter waren verkleidet oder trugen Requisiten mit Botschaften.

18.000 Unterschriften gesammelt

An den Zwischenstationen machten die Beschäftigten mit Kundgebungen und künstlerischen Beiträgen auf ihre Not aufmerksam. "Wir haben Angst um unsere Jobs. Wir müssen jetzt schon mit wenig Mitteln viel rausholen", sagte ein Maskenbildner.

Den Zug begleiteten auch viele Bürger, um ihr Theater zu unterstützen. "Es ist undenkbar, dass eine Sparte schließt", entrüstete sich Ingrid Murmann aus Hattingen. Die Essenerin Anne Koch ergänzte: "Aalto-Theater, Folkwang-Museum und Zollverein ziehen doch die Menschen in unsere Stadt." Viele Bürger hätten auch schon für den Erhalt der Sparten unterschrieben, 18.000 Namen zähle die Liste nach nur zwei Wochen, so Laraki.

Die Theaterbeschäftigten waren sehr dankbar für die Unterstützung, "doch es ist noch ein langer Kampf bis die Entscheidung im Juli getroffen wird", mahnte Laraki.



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