"Auftrag Rache": Mel Gibson kehrt auf Leinwand zurück
Thomas Craven (Mel Gibson) steht unter Schock. Eben ist die Tochter in seinen Armen verblutet, erschossen an der Wohnungstür, wo er neben ihr stand. Craven ist Polizist, da liegt die Vermutung nahe, dass der Schuss ihm gegolten hat. Warum musste sein Kind sterben?
Mel Gibson spielt den Rächer Thomas Craven. (Foto: Central Film)
Schnitzeljagd
Regisseur Martin Campbell („Casino Royale“) hat die Story aus seiner eigenen BBC-Miniserie „Edge Of Darkness“ destillieren lassen. 1985 ein Thriller um Plutonium und Politik im Kalten Krieg. Jetzt eine Rachefantasie vor dem Hintergrund geheimer Kumpanei zwischen Regierung und Rüstung. „Ein Mann sieht Rot“ trifft „Die drei Tage des Condor“.
Craven durchsucht die Wohnung der Tochter, findet eine Pistole. Auf wen ist sie zugelassen? Die Schnitzeljagd führt zu Leuten, die unter Angst stehen und zu einem Projekt, das so brisant ist, dass Mitwisser vor Cravens Augen ermordet werden. Der fackelt auch nicht lang und setzt den Mistkerlen aus der Chefetage die Waffe an den Kopf: „Ich habe nichts zu verlieren.“
Vergeltungsdrama
Gibson (54) in der Rolle des harter Knochens. Als Filigranmime für Trauer taugt er wenig, besser ist er als Blitzableiter, wenn Faust und Wut gefragt sind. Ein Dunkelmann einer obergeheimen Dienststelle (Ray Winstone) bringt Craven auf die richtige Spur. Da jubelt die Gegenseite Craven eine Milch unter, die müde Männer noch müder macht. Wie Lee Marvin in „Tod eines Killers“ wankt Gibson dem Showdown entgegen.
Winstones Figur wird im Nachhinein als plump funktioneller Wasserträger erkennbar. Schweinereien unter hohen Tieren? – Olle Kamellen. Sensationell ist das nicht. Ein alternder Action-Kämpe in einem durchschnittlichen Vergeltungsdrama mit moderater Erregungskurve.












