Musical: "My Fair Lady": Tolle Ensembleleistung
HAGEN Sänger oder Schauspieler? Bei manchen Stücken fällt die ideale Besetzung schwer. Frederick Loewes Musical "My Fair Lady" gehört geradezu mustergültig zu diesen Problemfällen.
Vom Blumenmädchen zur Dame: Kristine Funkhauser überzeugt als Eliza. (Foto: Kühle)
In den weiteren Hauptrollen sind mit Kristine Funkhauser als Eliza, Werner Hahn als Alfred P. Doolittle und Jeffery Krueger als Freddy äußerst spielfreudige Mitglieder des Opernensembles zu sehen und hören, die passender nicht hätten besetzt werden können.
Berliner Schnauze Den größten Spagat hat in dieser Konstellation eindeutig Kristine Funkhauser zu bewältigen. Denn ihre Gesangskünste sind an den entscheidenden Stellen zwar wichtig, insgesamt aber eher selten gefragt. Umso mehr Schauspielkunst verlangt ihr die Wandlung des ungewaschene Blumenmädchens mit dem schnodderig großen Mundwerk zur selbstbewussten Dame ab. Funkhauser gelingt dies wunderbar mit anfänglich herrlich rustikaler Berliner Schnauze. Nur dort, wo es notwendig ist, nutzt sie ihre ausgebildete Gesangsstimme.Sprachpedant Higgings
Mit Hartmut Volle, den Fernsehzuschauer aus vielen Krimi- und anderen Fernsehserien kennen, hat Regisseur Hilchenbach einen Higgings aufgetrieben, dem man den Sprachpedanten schon deshalb abnimmt, weil er ein hervorragender Sprecher mit großer stimmlicher Präsenz ist. Hilchenbach bleibt mit seiner Fassung der "My Fair Lady" nah an der Vorlage und setzt erfolgreich auf eine liebevoll detaillierte Ausstattung (Bühne: Peer Palmowski, Kostüme: Christiane Luz) mit viel nostalgischem Charme.
Termine: 3., 6., 10., 14., 19., 26., 27.3.; Karten: Tel. (0 23 31) 2 07 32 18.












