Interview: Regisseur Ken Loach über die Kunst des Filmes
ESSEN Der Brite Ken Loach (73) gilt seit Jahrzehnten als ein Filmemacher („Riff-Raff“) dessen Herz links schlägt, als Anwalt der kleinen Leute. Am Rande der Europäischen Filmpreis-Verleihung sprach Loach im Interview darüber, was gute Filme ausmacht.
Regisseur Ken Loach. (Foto: Brinkmann)
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Loach: Da muss ich die italienischen Neo-Realisten nennen, vor allem de Sica. Später waren es die Tschechen, die mich beeindruckt haben: Jiri Menzel, Milos Forman. Deren Arbeiten atmen eine Menschlichkeit und Wahrhaftigkeit, die mir unvergesslich ist.
Sie sind nie in einen Künstler-Olymp abgehoben. Wie bleibt man nah am Leben der einfachen Leute?
Loach: Ganz einfach: Indem man selbst ein normales Leben führt. Ich kaufe ein, ich treffe Menschen, ich lese die Zeitung. Ich spiele nicht in der Liga, wo man im Schloss wohnt und für alles seine Leute hat.
Was macht aus ihrer Sicht einen guten Film aus?
Loach: Zentral ist, was er über die Menschen sagt. Wie leben wir? Ein Film ist nicht abstrakt, er ist ein soziales und politisches Ding. Arbeit, Freizeit, Wohnen, Freundschaft, Kinder machen den Menschen aus. Das ganze Spektrum. Miese Filme zeigen einen winzigen Ausschnitt davon. Das Weltkino ist leider kolonialisiert von Filmen, die falsche Hoffnung verkaufen.
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