Düsseldorfer Schauspielhaus: Stückzyklus von Mark Ravenhill ist intensiv
DÜSSELDORF Für die deutschsprachige Erstaufführung des Stückzyklus von Mark Ravenhill im Düsseldorfer Schauspielhaus hat der polnische Regisseur Jan Klata neun Minidramen ausgewählt und einen intensiven, zweistündigen Theaterabend geschaffen, der mit einhelligem Applaus aufgenommen wurde.
Der britische Autor Mark Ravenhill. (Foto: Archiv)
Massenszenen und Dialoge
Im Transitraum eines Flughafens wird das Thema "Krieg gegen Terror" bedrückend bis grotesk humorvoll verhandelt. Massenszenen wechseln mit Dialogen. Da ist das Ehepaar (überzeugend: Ulrike Arnold und Daniel Graf), das sein Kind aus Angst schützen will. Da ist die Mutter (wunderbar: Christiane Rossbach), die von Soldaten nicht die Nachrichten vom Tod ihres Sohnes erhalten möchte.
Sie flieht in die Raucherkabine mit den Worten: "Ich genieße hier gerade einen Krebsmoment." Die Krankheit Krebs führt zum Streit eines homosexuellen Pärchens, denn der Erkrankte möchte alle mit in den Tod reißen. "Warum bombardiert ihr uns? Wir sind die Guten." - fragt das Ensemble im Chor den unsichtbaren Feind.
Begleitung vom Barockensemble Neue Düsseldorfer Hofmusik
Für die musikalische Untermalung sorgt das Barockensemble Neue Düsseldorfer Hofmusik mit Klängen aus Claudio Monteverdis 8. Madrigalbuch, das im Untertitel "Gesänge von Krieg und Liebe" heißt - und so könnte auch der zu Ravenhills Stückzyklus lauten.
- Termine: 24. 1., 3./ 4./ 19. 2.; Karten: Tel. (02 11) 36 99 11.
- www.duesseldorfer-schauspielhaus.de












