Wolfman heult im Kino unterm Vollmond
Jetzt heult er wieder den Mond an: Der Werwolf ist zurück auf der Leinwand, in Joe Johnstons "Wolfman", dem freien Remake eines Klassikers von 1941.
Der Werwolf über den Dächern von London. (Foto: Universal Pictures)
Atmosphärisch startet der Film durchaus ansprechend, als eine Best of Grusel-Parade. Schauplatz Blackmoor. Klingt immer gut. Winterlich nebelverhangener Düsterwald. Ein verschattetes Herrenhaus, in dem man unwillkürlich nach Spinnweb-Girlanden Ausschau hält. In der Dorfkneipe Gemunkel von Zigeunerfluch und Silberkugeln.
Der Pope predigt vom Teufel. Die Musik raunt in morbidem Moll. Und Lawrence Talbot (Benicio Del Toro), nach Blackmoor gereist, um den Tod seines Bruders zu untersuchen, trägt eine Gesichtsfarbe, deren aschgrau deutlich jenseitig wirkt.
Unter viehischem Grunzen fliegen abgerissene Gliedmaßen, während die Kamera einem Phantom hinterher lichtert. Ein Tier? Ein Wahnsinniger? Huch, ein Werwolf! Die Schluckspechte im Pub wissen es, die Zigeuner wissen es, nur Del Toros Lawrence wird kalt erwischt. Da hätte er auch fragen können.
Für den Kinogänger läuft die Geheimniskrämerei darauf hinaus, wie die Bestie wohl aussieht? Im Gesicht ähnlich wie 1941 Lon Chaney jr., und die vorgeblich spektakuläre Mensch-Wolf-Metamorphose hat man so schon in "American Werewolf" gesehen, wo ebenfalls Rick Baker Maskenbildner war, damals ohne Rechner. Trotz Computer nimmt sich der Hoppel-Galopp zweier Werwölfe einfach lachhaft aus.
Lustlos Die Schauspieler reißen auch nicht vom Hocker: Anthony Hopkins gibt eine auffallend lustlose Vorstellung. Emily Blunt wird als Händchenhalterin verheizt, Hugo Weaving als Scotland Yards van Helsing. Kai-Uwe BrinkmannVideo: Der Trailer zum Film.












