Film-Dokumentation: Die Weltumrundung der Rennfahrerin Clärenore Stinnes kommt ins Kino
Die Industriellentochter und Rennfahrerin Clärenore Stinnes war eine der größten Abenteuerinnen des 20. Jahrhunderts und eine der faszinierendsten Frauenfiguren der Weimarer Republik. Zu sehen ist ihre Geschichte in dem Film "Fräulein Stinnes fährt um die Welt".
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Hinter ihr lagen 46 758 Kilometer.
Mehr als zwei Jahre hatte diese Weltumrundung mit dem Auto gedauert.
Regisseurin Erica von Moeller zeigt die Gefahren des Abenteuers
Natürlich war dieses waghalsige Unternehmen der reinste Wahnsinn.
Daran lässt Erica von Moeller in ihrem sehr liebevollen, aber eben nicht distanzlosen Dokumentarspielfilm „Fräulein Stinnes fährt um die Welt“ nicht den geringsten Zweifel.
Mit ihrer unbändigen Abenteuerlust hat Clärenore Stinnes ihr Leben genauso wie das ihrer Begleiter aufs Spiel gesetzt.
Die beiden Techniker, die zusammen mit ihr und ihrem Kameramann aufgebrochen sind, haben letztlich völlig zu Recht schon nach einigen Monaten aufgegeben.
Carl-Axel Söderström fuhr mit Clärenore Stinnes um die Welt
Dass es Clärenore und Söderström trotz der politischen Wirren und der extremen klimatischen Verhältnisse, denen sie auf ihrer Reise immer wieder ausgesetzt waren, gelungen ist, die Welt zu umrunden, grenzt fast schon an ein Wunder.
Und das spürt man in jeder Szene des Films. Der Pioniergeist, den Erica von Moeller mit ihrem Porträt dieser außergewöhnlichen Frau feiert, ist aus unserer heutigen Welt praktisch verschwunden, und gerade das macht ihn so reizvoll.
Erica von Moeller standen für ihr Projekt nur extrem beschränkte Mittel und Möglichkeiten zur Verfügung. Das ist letztlich sogar einer der großen Pluspunkte ihrer mit Spielszenen durchsetzten Dokumentation.
Sandra Hüller spielt die Abenteurerin
Sie hat damit selbst etwas von einem filmischen Abenteuer. Außerdem fügen sich die originalen Filmaufnahmen und Photos, die Carl-Axel Söderström gemacht hat, perfekt in die von Erica von Moeller gedrehten Szenen ein.
Sandra Hüller verleiht dieser Abenteuerin einen herben, aber eben unwiderstehlichen Charme.
Die Selbstverständlichkeit, mit der ihr Fräulein Stinnes sich selbst und die Menschen um sich herum zum Äußersten treibt, ist absolut entwaffnend und erzählt zugleich ungeheuer viel über diese ganz eigene Form von Realitätsverlust, die mit einer so privilegierten Kindheit und Jugend einhergeht, wie sie Clärenore Stinnes hatte.










