Kultursaal renoviert: Freundliche Frauenstraße
MÜNSTER Ein kleines bisschen schockierend wirkt der frisch renovierte Hinterraum der Frauenstraße 24 schon. Früher wurde hier in düster-uriger Atmosphäre Spinat-Pide verzehrt, während man die Weltlage aus linker Sicht analysierte. Jetzt ist alles so propper, adrett und freundlich wie die Caféteria eines soziokulturellen Begegnungszentrums.
Das Frauenstraßen-Team stößt auf ein aufregendes Kulturprogramm im frisch renovierten Saal an (v.l.): Manfred Stolper, Klaus Woestmann, Ansgar Schmidt und Karin Gindler-Hilge. (Foto: Manuel Jennen)
Die Sanierung war unumgänglich, nachdem das Bauordnungsamt festgestellt hatte, dass für den hinteren Saal gar keine Gastronomiegenehmigung vorlag – denn der war vor Jahrzehnten nur als Versammlungsraum für Vereine gestartet. Für einen Kneipenbetrieb war im Boden und in der Decke ein erheblich stärkerer Schallschutz nötig. Die Besitzerin des Hauses, die Landesentwicklungsgesellschaft, bewilligte die fällige Investition von 50 000 Euro.
Podium für junge Bands
Jetzt dürfen auf der Bühne im hinteren Teil des Raums nach anderthalb Jahren endlich wieder Bands auftreten. „Wir möchten vor allem junge Bands aus Münster vorstellen“, sagt Klaus Woestmann, der das Kulturprogramm plant. „Die Bands erhalten keine Gage, aber sie bekommen den Raum umsonst und dürfen das Eintrittsgeld behalten. Wir profitieren von den Erlösen aus der Gastronomie.“
Ein Vorhang und eine kleinere Tonanlage mit Deckenlautsprechern sind schon vorhanden, für große Verstärker und Bühnenbeleuchtung wird noch gespart. Als erste Gruppe stellt die Band Lucid am 10. März (Samstag, 20 Uhr) ihre neue CD vor. Auch der Frauenstraßen-Poetry-Slam „Wortwurf“ findet auf der Bühne ab 16. Februar (Donnerstag, 20 Uhr) wieder sein Zuhause.
Stark verbessert haben sich auch die Möglichkeiten für Ausstellungen. Die bisherige Galerieschiene an der Decke, an der die Bilder hätten aufgehängt werden sollen, war so alt, dass es dafür längst keine Haken mehr zu kaufen gab. Da halfen nur noch Nägel in der Wand. Nun gibt es eine neue Schiene – unsichtbar in der Decke verborgen. Als erster Künstler kommt der Karikaturist Joachim Buchmann ab Freitag (10. Februar, Vernissage 18 Uhr) in den Genuss des neuen Luxus.
Mittagstisch
Wird womöglich alles schick und bürgerlich in der früheren Hausbesetzer-Kneipe? Das ist nicht zu befürchten, auch wenn das abendliche Stammpublikum allmählich älter wird und die Studenten eher den preiswerten Mittagstisch genießen. Zwischen den cremefarbenen Wänden wird die Revolution schon weitergehen – mit Wohlfühlfaktor.











