"Auf der anderen Seite" : Fatih-Akin-Film auf WLT-Bühne
CASTROP-RAUXEL Sechs Menschen aus der Türkei und Deutschland lässt Fatih Akin in seinem preisgekrönten Film "Auf der anderen Seite" umeinander kreisen, sich begegnen. Doch die füreinander bestimmten Personen erkennen sich meist zu spät. Sie alle sind in Bewegung - auf der Suche nach Identität. Die Bühnenfassung von Christian Scholze, der auch die Regie führte, feierte am Samstag im Westfälischen Landestheater (WLT) in Castrop-Rauxel Uraufführung.
Zwei Freundinnen: Rebellin Ayten (Dagny Dewath, l.) und die lebenslustige Lotte (Julia Gutjahr). ( Foto: Beushausen )
Mohammad-Ali Behboudi, Ensemblemitglied im Oberhausener Theater, spielt den Rentner Ali in Bremen. Gegen die Einsamkeit kauft er sich die Prostituierte Yeter (Hürdem Riethmüller), die er bei einem Streit umbringt. Dennis Laubenthal gibt seinen Sohn Nejat als etwas unsicheren Germanistik-Dozent. Nach Yeters Tod versucht er, ihre Tochter Ayten in Istanbul zu finden.
Intensive Momente
Zeitgleich flieht diese junge Frau wegen politischer Aktivitäten nach Deutschland. Dagny Dewath mimt überzeugend die Rebellin, die sich mit der lebenslustigen Lotte (Julia Gutjahr) anfreundet. Die Szenen der beiden gehören zu den intensivsten Momenten der Inszenierung, wenn sie ausgelassen lachen oder sich im Gefängnis verzweifelt gegenübersitzen.
Späte Versöhnung
Lottes Mutter (Vesna Buljevic) beobachtet das Verhältnis mit Misstrauen und zu spät, erst nach Lottes Tod, begibt sie sich auf die Spur ihrer Tochter. Auch Nejat kommt für eine Versöhnung mit seinem Vater vielleicht zu spät. Das Meer sei rau, so die beiden Fischer, und Ali noch nicht zurück.
Wiederaufnahme in der nächsten Spielzeit.












