Experiment zur Ruhr.2010: Oper im Internet
GELSENKIRCHEN Die Inszenierung endlich mal selbst in die Hand nehmen, diesen Wunsch können sich Opernfreunde und Internetnutzer nun erfüllen. Das Musiktheater im Revier (MiR) startet die allererste Internetoper. Jetzt hat das Team das Projekt vorgestellt.
Wer will, kann sogar unterwegs mitmachen. (Foto: MiR)
Kurz erklärt: Musikfreunde können ihre Ideen auf Video aufnehmen und dieses im Netz hochladen. In diesem Projekt sollen sich Kreative verwirklichen können, "die vielleicht mal mit einer Inszenierung unzufrieden waren", so Chefdramaturgin Anna Melcher.
Junge Leute ansprechen
Es soll aber eben auch junge Menschen ansprechen, die bisher nichts oder wenig mit Oper zu tun hatten. Für dieses Projekt hat das MiR "Manon Lescaut" von Puccini (ab sofort im Netz) und "Boulevard Solitude" von Hans-Werner Henze (ab Frühjahr im Netz) ausgewählt. Beide haben zur selben Geschichte unterschiedliche Kompositionen geschrieben. Dass die Wahl auf diese Opern fiel, hat vor allem einen Grund: Die Internetoper ist ein Beitrag zum Henze-Projekt der Ruhr.2010. "Als alle Beteiligten in der ersten Sitzung ihre Ideen vorstellten, hab ich die Internetoper vorgeschlagen. Ohne zu wissen, wie wir das überhaupt umsetzen würden", sagt Intendant Michael Schulz. Es sei ein Experiment, das sicher im Sinne von Henze sei, "der auch immer neue Wege gegangen ist." Die Oper "Manon" ist in 50 Episoden aufgeteilt. Der Internetnutzer kann sich eine aussuchen und die Handlung nach seinen Vorstellungen drehen. Das Video kann er mit Musik unterlegen, die die Neue Philharmonie Westfalen und das MiR-Ensemble extra eingespielt haben.
Sogar mit der Handykamera kann man mitmachen












