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Berlin/Kiel/Düsseldorf In der CDU wächst eine Woche vor der NRW-Wahl die Furcht, dass die FDP eine Ampel mit SPD und Grünen bilden könnte. Parteichefin Merkel bleibt allerdings gelassen. Und FDP-Chef Rösler pocht auf seinen Führungsanspruch, In Kiel setzt die SPD auf die „Dänen-Ampel“.
Die schleswig-holsteinischen Spitzenkandidaten von Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), Anke Spoorendonk (SSW) und Torsten Albig (SPD). Foto: Carsten Rehder (Foto: dpa)
SPD und Grüne setzen nach der Landtagswahl in Schleswig-Holstein trotz nur hauchdünner Mehrheit voll auf ein Bündnis mit der Partei der dänischen Minderheit (SSW). In der Union wächst derweil eine Woche vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen die Sorge, dass sich die FDP auf eine Ampelkoalition mit SPD und Grünen einlassen könnte. Angesichts schwindender Chancen für Zweierbündnisse jenseits großer Koalitionen könnte dies als starkes Signal für den Bund gewertet werden.
Merkel gelassen
CDU-Chefin und Kanzlerin Angela Merkel äußerte sich aber gelassen. Sie könne der FDP Gedankenspiele über Koalitionen in den Ländern nicht verbieten, sagte sie. CDU und Liberale werteten den Wiedereinzug der bundesweit angeschlagenen FDP in den Kieler Landtag als stabilisierend für die schwarz-gelbe Koalition im Bund.
Im Norden hatten die Wähler Schwarz-Gelb am Sonntag abgewählt. Die CDU landete mit 30,8 Prozent (minus 0,7) und einem Abstand von rund 4800 Stimmen knapp vor der SPD mit 30,4 Prozent (plus 5,0). Beide Parteien haben 22 Sitze.
Unerwartet starkes Comeback
Die FDP feierte mit 8,2 Prozent (minus 6,7) trotz hoher Verluste ein unerwartet starkes Comeback. Sie profitierte von der Popularität ihres Spitzenkandidaten Wolfgang Kubicki. Die Grünen erreichen mit 13,2 Prozent (plus 0,8) ihr bisher bestes Ergebnis bei einer Landtagswahl im Norden. Die Piraten zogen mit 8,2 Prozent zum dritten Mal in ein Landesparlament ein. Die Linke flog mit 2,2 Prozent (minus 3,8) nach nur zwei Jahren heraus. Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) der dänischen Minderheit erhält 4,6 Prozent (plus 0,3) - für ihn gilt die Fünf-Prozent-Klausel nicht. Die Beteiligung war mit 60,1 Prozent so niedrig wie nie zuvor in dem Bundesland.
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