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Medienhaus Lensing
17.12.2008 20:07 Uhr
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Traurige Botschaft zum Fest

WITTEN/DÜSSELDORF Das Land stoppt Zuschüsse die Zuschüsse für die Uni Witten-Herdecke. Dort ist die Stimmung düster.Von Lisa Timm und Michael Fritsch

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Die Uni Witten-Herdecke steckt tief in der Krise. 

Mit versteinerten Mienen verlassen sie das Gebäude an der Alfred-Herrhausen-Straße 50: Mitarbeiter und Studenten der Uni Witten-Herdecke, einzeln und in Gruppen. Was sie gerade genau gehört haben, verraten sie nicht. „Das ist alles noch intern“, sagt einer. Die meisten schweigen.

Die Landesregierung dreht den Hahn zu

Es ist dunkel, es ist kalt, es regnet. Der passende Rahmen für die Hiobsbotschaft, die der Uni-Mannschaft soeben mitgeteilt wurde: Die Landesregierung dreht den Hahn zu, die Millionen-Zuschüsse an die Uni sind gestoppt.

Kein Uni-Fremder kommt herein

Wo gestern die Uni-Mitarbeiter das nahende Weihnachten feiern wollten, sieht es nach Kundgebung aus. Kein Uni-Fremder wird eingelassen. Durch die Glastür zum Atrium sieht man die Geschäftführung auf der Bühne gestenreich erklärend, gebannt lauschend die Mitarbeiter- und Studenten. Nach gut einer Stunde löst sich die Versammlung auf.

Stimmen zur Stimmung

Einer sagt auf dem Heimweg doch noch was: „Die Stimmung ist nicht so doll. Wir sind hochgradig verunsichert und traurig.“ Seinen Namen will er genauso wenig genannt sehen wie ein Optimist, der eine ganz andere Botschaft mitnimmt: „Die Stimmung ist sehr zuversichtlich, die Geschäftsführung ist sicher, alles regeln zu können.“

Pinkwart bleibt hart

In Düsseldorf war sich NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) derweil darüber im Klaren, dass die Streichung der Landesmittel für die Uni das Ende der privaten Hochschule bedeuten könne. „Uns bleibt jedoch keine andere Wahl“, sagte er. Das mögliche Aus für Witten-Herdecke befreie ihn nicht von der Notwendigkeit, rechtmäßig mit den Steuergeldern umzugehen. Das sei keine Frage des Wollens sondern des Dürfens.

Landeshaushalt

„Wir und die Vorgängerregierung haben alles nur Mögliche getan, was ein Land nur tun kann, um einer privaten Hochschule die besten Rahmenbedingungen zu geben, damit sie sich fortentwickeln kann“, beteuerte Pinkwart. Es liege nun an der Hochschule, dafür die Voraussetzungen zu schaffen. Der FDP-Politiker wies darauf hin, dass im Landeshaushalt 2009 4,5 Millionen Euro für die Uni vorgesehen seien, die ausgezahlt würden, falls die Voraussetzungen erfüllt seien.

Auch die SPD stimmt zu

Der hochschulpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Karl Schultheis, bezeichnete die Entscheidung Pinkwarts als „durchaus nachvollziehbar“. Nicht nachvollziehbar sei allerdings dessen langes Zögern. Schultheis forderte ein Konzept, wie es mit Witten-Herdecke weitergehen solle. Der erste Schritt wäre das Einsetzen eines staatlichen Verwalters, der beispielsweise die Eingliederung der Fachbereiche der Hochschule in den staatlichen Verbund organisieren könnte.


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