| Lisicki will an die Spitze: «Wow! Mein 1. Titel» | ||
| Von Andreas Bellinger, dpa am 20. April 2009 14:20 Uhr | ||
| CHARLSTON Sabine Lisicki siegt - und das deutsche Damen-Tennis ist wieder salonfähig. Mit ihrem ersten Titelgewinn beendete die 19-Jährige beim Top-Turnier in Charleston eine dreijährige Flaute, die nach dem Erfolg von Anna-Lena Grönefeld 2006 in Acapulco begonnen hatte. | ||
«Wow!», sagte Lisicki, nachdem sie auch der favorisierten Dänin Caroline Wozniacki im Finale mit 6:2, 6:4 keine Chance gelassen und dem Team von Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner vor dem Relegationsspiel gegen China am Wochenende in Frankfurt/Main neues Selbstbewusstsein eingehaucht hatte. «Der Sieg im Achtelfinale gegen Venus Williams hat mir Zuversicht gegeben. Es ist unglaublich, mein erster Titel.» Flatternde Nerven «Bei den Matchbällen war ich etwas nervös, aber das ist normal, denn ich bin auch nur ein ganz gewöhnlicher Mensch», sagte Lisicki, nachdem sie sich den grünen Sand von den Schultern gewischt und ihre Eltern auf der Tribüne ausgiebig geherzt hatte. «Ich wollte das Match einfach nur gewinnen, wollte mein Spiel spielen und nicht sie spielen lassen - und es war einfach gut. Ich habe bis zum Ende gekämpft.» Auch dies ist eine Tugend, die sie mit der 22-maligen Grand-Slam- Siegerin Graf gemein hat. «Es gibt noch einige weitere Parallelen», behauptet Rittner und nennt als eine die «Kompromisslosigkeit, mit der sie aus dem Halbfeld Winner spielt». Vorbild Agassi Bis zum mutig anvisierten Platz eins ist es zwar noch ein weiter Weg, auch wenn sie in der Weltrangliste am Montag um 20 Plätze auf Position 43 geklettert ist. Als Top-Ten-Spielerin sieht Barbara Rittner die Leitfigur der Fed-Cup-Mannschaft schon jetzt. «Sie kommt mit reichlich Selbstvertrauen. Aber es wird nicht leicht für sie, nach dem Erfolg und der Anstrengung gleich wieder Topleistungen zu bringen», meinte die Bundestrainerin, die nach wie vor die Aufgabe gegen China als «unverändert schwer» bezeichnet. Unmöglich ist die Rückkehr in die Weltgruppe der besten acht Nationen aber nicht, zumal auch Grönefeld, Tatjana Malek und Kristina Barrois in Form sind. |
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