Niedecken nach Schlaganfall: BAP-Comeback: Als ob nichts gewesen wäre

Köln BAP sind wieder da. Beim ersten von zwei Konzerten im Kölner Palladium läuten zum Auftritt über Lautsprecher die Domglocken. Wolfgang Niedecken, dessen Leben wegen eines Schlaganfalls kurz am seidenen Faden hing, dankt allen, die im Dom Kerzen für ihn angezündet haben. Und rockt dann los, als wäre nichts gewesen.

  • Der Musiker Wolfgang Niedecken (M.) steht am Donnerstag (03.05.2012) auf der Bühne der Music Hall in Worpswede (Niedersachsen). Niedecken startet hier mit seiner Band BAP die

    Der Musiker Wolfgang Niedecken (M.) steht am Donnerstag (03.05.2012) auf der Bühne der Music Hall in Worpswede (Niedersachsen). Niedecken startet hier mit seiner Band BAP die dpa

Maximal entspannt ist der Auftritt der Kölschrocker. „Tut mir leid, dass ich im November eure Abendplanung durcheinander gebracht habe“, sagt Niedecken noch in Anspielung auf den krankheitsbedingt abgesagten Tourneestart vergangenes Jahr. Er grüßt seinen Arzt, der heute im Publikum ist und kündigt an, dass morgen auch das Reha-Team kommt. Damit ist Thema Schlaganfall abgehakt. Der erste Song bringt die Einstellung des Frontmanns auf den Punkt: „Halv Su Wild“.

Klassischer Deutschrock

Trotz beständiger Wechsel der Bandmitglieder um Fixstern Niedecken haben BAP am Konzept, das ihnen bereits zehn Nummer-eins-Alben eingebracht hat, nichts geändert. Sie spielen klassischen Deutschrock, der manchmal allerdings mehr nach Springsteen oder Dylan als nach Lindenberg klingt. Fast alle Songs beginnen mit einem trockenen Riff, münden irgendwann in ein ausuferndes Gitarren- oder Orgelsolo.

Dass BAP zu diesem mitreißenden Soundtrack gesellschaftskritische Texte transportieren, ist ihre Kunst: Noch nie ist etwa ein besseres Lied für den guten Zweck geschrieben worden als „Arsch Huh, Zäng Ussenander“. Für Zivilcourage, gegen Rechts. Die ausverkaufte Halle tobt und singt den Refrain in großer Einigkeit.

Verdamp lang her

Höhepunkt des Abends ist wie immer „Verdamp lang her“, das BAP in alter Frische auf die Bühne stellen. Doch auch neue Songs kommen an: „All die Augenblicke“ zum Beispiel, der als Duett mit Clueso gerade Radiohörer in ganz Deutschland beglückt. Im Palladium singt ihn Niedecken gemeinsam mit Geigerin Anne de Wolff. Seine Botschaft: „Et ess alles okay. All die Aureblecke nimmp mir keiner mieh.“ 
Autor
Max Florian Kühlem
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    7. Mai 2012, 16:06 Uhr
    Aktualisiert:
    7. Mai 2012, 16:47 Uhr
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