Futterproben negativ: Herkunft des Dioxins in Eiern weiter unklar

Düsseldorf Nach dem Fund von „Dioxin“-Eiern in NRW tappen die Behörden weiter im Dunkeln. Niemand weiß bislang, wie die Giftstoffe in die Eier gekommen sind. Noch in dieser Woche sollen die Untersuchungsergebnisse von Boden und Wasser vorliegen.

  • Hühner auf einer Wiese des Kinder-Bauernhofes der Arbeiterwohlfahrt in Duisburg - auch hier waren dioxinbelastete Eier gefunden worden.

    Hühner auf einer Wiese des Kinder-Bauernhofes der Arbeiterwohlfahrt in Duisburg - auch hier waren dioxinbelastete Eier gefunden worden. Foto: dpa

Die nordrhein-westfälischen Behörden rätseln nach wie vor, wie die Dioxine und das Dioxin-ähnliche PCB in die Bio-Eier von drei Erzeugern gekommen sind. Sämtliche Futterproben waren bislang negativ. Noch in dieser Woche sollen nun die Untersuchungsergebnisse von Boden- und Wasserproben Klarheit über die Ursachen bringen, kündigte ein Sprecher des Verbraucherschutzministeriums in Düsseldorf am Dienstag an.

Eier nach Baden-Württemberg?

Eier, bei denen die Grenzwerte für die Giftstoffe teilweise um ein Mehrfaches überschritten waren, waren in den vergangenen Wochen bei zwei kleinen Direktvermarktern in Duisburg und einem Erzeuger im ostwestfälischen Kreis Minden-Lübbecke entdeckt worden. Nach ersten Untersuchungen scheidet das Hühnerfutter als Ursache aus.
Die Geschäfte und Unterlagen des Hofes in Ostwestfalen werden jetzt von staatlichen Betriebsprüfern unter die Lupe genommen. Es habe wohl Lieferungen gegeben, die der Betreiber des Hofes zunächst verschwiegen hatte, sagte Wilhelm Deitermann vom Verbraucherschutzministerium. So seien wahrscheinlich Eier auch nach Baden-Württemberg gegangen. „Vor diesem Hintergrund ist der Hof nicht mehr glaubwürdig“, sagte der Sprecher. „Wir verlassen uns jetzt nicht mehr auf die Aussagen des Betreibers.“
    


Bis zu 800.000 Eier entsorgt

Der Besitzer des Familienbetriebs war am Dienstag für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Ein Mitarbeiter sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass der Besitzer seit Tagen verreist und nicht erreichbar sei. Auf dem Hof würden täglich rund 23.000 Bio-Eier produziert, die aber nicht verkauft werden dürften. Diese würden noch in dieser Woche entsorgt. Wieviele Eier es inzwischen sind, wisse er nicht. Wenn die Bio-Eier seit der ersten von einem Labor beanstandeten Charge vom 7. März gelagert wurden, dürfte sich die Zahl auf mittlerweile rund 800.000 summieren. Die Eier sollen in einer Müllverbrennungsanlage entsorgt werden.

Erste Funde im März

Die Eier aus Ostwestfalen wurden bisher von einem Betrieb in Euskirchen verpackt und an Supermärkte geliefert. Mitte März waren dem Betrieb erste Proben gemeldet worden, bei denen der Grenzwert überschritten war. Mehr als 100.000 Eier wurden nach Ostwestfalen zurückgeschickt, 7000 Eier gelangten dennoch in den Handel. Die Behörden wurden erst am 26. März informiert, sagte Deitermann.
Das Ministerium betonte erneut, dass es nicht unmittelbar gefährlich sei, die belasteten Eier zu essen. PCB (Polychlorierte Biphenyle) reichere sich aber im Fettgewebe an und werde nicht abgebaut. Ab einer bestimmten Gesamtmenge könne PCB ähnlich wie Dioxin schwere Gesundheitsschäden verursachen.
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Autor
dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    10. April 2012, 15:22 Uhr
    Aktualisiert:
    16. Dezember 2013, 12:44 Uhr