Klassenfahrten auf der Kippe: "Politischen Protest nach Düsseldorf tragen"

NRW In Nordrhein-Westfalen stehen zahlreiche Klassenfahrten auf der Kippe. Hintergrund ist ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts aus dem Herbst. Das Land NRW muss demnach Lehrern die Reisekosten für die Fahrten voll erstatten.

  • Klassenfahrten schweißen die Schüler auch zusammen - jetzt stehen diese Ausflüge auf der Kippe.

    Klassenfahrten schweißen die Schüler auch zusammen - jetzt stehen diese Ausflüge auf der Kippe. Uwe_Zucchi (dpa)

Die Richter entschieden damals: Die Praxis des Landes, Schulfahrten nur zu genehmigen, wenn die Lehrer auf die Erstattung verzichten, ist nicht rechtens.

 Die Kosten zu übernehmen, stellt viele Schulen allerdings vor große Probleme. Da das Budget dafür nach dem Urteil bislang nicht angehoben wurde, ist es bei einigen schon jetzt ausgeschöpft. Weitere Fahrten dürfen die Schulleiter nun nicht mehr genehmigen. Das ist ihnen laut einer aktuellen Verfügung der Schulaufsicht nur erlaubt, „wenn gesichert ist, dass die entstehenden Reisekosten gedeckt sind“. Orientieren sollen sie sich dabei am Budget für 2012. Eine Übergangsregelung gilt nur für bereits genehmigte Fahrten.

Nach ersten Berichten auch unserer Zeitung wird das Thema hitzig diskutiert: So schreibt etwa Nutzer „Taubenvatta“ in unserem Online-Forum: „Wenn nun Klassenfahrten wirklich ausfallen, weil kein Geld mehr da ist, dann müssen Schüler und Eltern eben den politischen Protest nach Düsseldorf tragen.“

Dort ist man laut Ministeriumssprecher Jörg Harm derzeit damit beschäftigt, die Wanderrichtlinien – Vorschriften für Schulfahrten – „so schnell wie möglich“ zu überarbeiten. Der Etat für Reisekosten werde geprüft. Über ihr tatsächliches Budget würden die Schulen nach Verabschiedung des Haushalts 2013 informiert.

Der Landesverband Bildung und Erziehung in NRW fordert eine Verdopplung von bisher 6 auf 12 Millionen Euro. Unterstützt wird er von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Deren Geschäftsführer Michael Schulte betont, dass es Schulen gebe, „wo mit dem Geld des Landes gerade mal 20 Prozent der Reisekosten gedeckt werden können“.
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Autor
Lisa Seiler und Michael Schnitzler
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    15. Februar 2013, 18:53 Uhr
    Aktualisiert:
    16. Dezember 2013, 12:39 Uhr