Schwierige Ermittlungen: Razzia in zwei Bandidos-Clubhäusern im Ruhrgebiet

BOCHUM/ HERNE Drei Monate nach einer Massenschlägerei zwischen den Hells Angels und den Bandidos hat die Polizei am Samstag zwei Clubhäuser durchsucht. Die Ermittlungen gestalten sich extrem schwierig, denn die Rocker kooperieren nicht mit der Polizei.

  • Polizeibeamte nehmen am Freitag vor einem Clubhaus der Bandidos in Bochum Personalien auf.

    Polizeibeamte nehmen am Freitag vor einem Clubhaus der Bandidos in Bochum Personalien auf. Stephan Witte (dpa)

 
Polizei-Spezialkräfte haben am Freitagabend im Ruhrgebiet zwei Clubhäuser der Rockergruppe Bandidos durchsucht. Im Herner Clubheim fanden die Beamten eine Schreckschusspistole, ein Springmesser und eine Spraydose mit Reizgas. Im Billardtisch im Bochumer Clubheim war eine geringe Menge Kokain versteckt. In der Herner Privatwohnung des Bochumer Clubpräsidenten stellten die Beamten zudem eine Pistole, mehrere Messer, einen Totschläger und diverse elektronische Speichermedien sicher.

Masschschlägerei der Rocker
 
Hintergrund der Razzia ist eine Massenschlägerei zwischen den verfeindeten Gruppen der Hells Angels und den Bandidos am 21. Januar in Mönchengladbach, bei der mehrere Menschen verletzt wurden, zwei von ihnen lebensgefährlich. Ermittelt werde wegen zwei versuchten Tötungen und Landfriedensbruch, sagte ein Sprecher der Polizei Mönchengladbach. Bei den beiden Razzien in Bochum und Herne sei es darum gegangen, „Teilnehmer der Auseinandersetzung zu identifizieren und Beweismaterial aufzufinden“.
 
Die Beamten nahmen in beiden Clubhäusern Fotos und Personalien der anwesenden Rocker auf. Die Bilder wollen die Ermittler mit Videoaufnahmen der Schlägerei vergleichen und so Teilnehmer identifizieren. Veranlasst wurden die Durchsuchungen von der Mönchengladbacher Mordkommission „Kutte“.

Hieb- und Stichwaffen sichergestellt
 
Die Ermittlungen der Polizei gestalten sich extrem schwierig, da die Rocker nicht mit den Behörden kooperieren. „Wir müssen jede Kleinigkeit selbst ermitteln“, sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Bereits im Februar und im März hatten die Beamten Wohnungen von Tatverdächtigen durchsucht und mehrere Hieb- und Stichwaffen sichergestellt. „Wir werden die Schlägerei mit aller Konsequenz aufklären“, sagte der Sprecher. Die Polizei dulde keinen rechtsfreien Raum - auch nicht in Clublokalen von Rockerclubs. 
 
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Autor
dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    22. April 2012, 19:34 Uhr
    Aktualisiert:
    16. Dezember 2013, 12:43 Uhr