Medienhaus Lensing
24.04.2012 17:15 Uhr
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Prozess in Oslo: Breivik: Ermittler suchten zunächst dunkelhäutigen Täter

Oslo Am zweiten Tag der zweiten Prozesswoche im Fall Andres Behring Breivik kam der Attentäter selbst nicht zu Wort. Dafür sagten die Vermittler aus und präsentierten Details zur Fahndung unmittelbar nach der Bombenexplosion im Osloer Regierungsviertel. Zunächst habe man nach einem dunkelhäutigen Mann gesucht.dpa

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Am Dienstag hatten die Journalisten keine Aussagen des Attentäters zu vermelden. (Foto: dpa)

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Nach dem Bombenanschlag des norwegischen Rechtsextremisten Anders Behring Breivik im Osloer Regierungsviertel haben die Ermittler zunächst nach einem dunkelhäutigen Täter gefahndet. Nach Sichtung von Videos aus Überwachungskameras sei die Polizei im anfänglichen Chaos von einem Täter „mit brauner Haut“ ausgegangen, sagte der Polizist Thor Langli am Dienstag im Prozess um den geständigen Attentäter. Langli hatte die erste Phase der Ermittlungen nach dem Anschlag geleitet.

Im äußersten Fall: Schießen!

Später hätten die Ermittler eine Zeit lang nach zwei Attentätern gefahndet, sagte Langli weiter. Ein Feuerwehrmann habe berichtet, einen „nordisch“ aussehenden Mann in Polizeiuniform am Tatort gesehen zu haben. Daraufhin wurden alle Polizisten angewiesen, ihnen unbekannte Kollegen anzusprechen. Im äußersten Fall hätten sie auf Verdächtige auch schießen dürfen.

Breivik hatte am 22. Juli 2011 eine 950 Kilogramm schwere Autobombe aus Kunstdünger in der Osloer Innenstadt gezündet. Acht Menschen starben, mehr als 200 Menschen wurden verletzt. Er habe mehr Opfer erwartet, hatte der geständige Attentäter bei seiner Befragung in der ersten Prozesswoche gesagt: „Das primäre Ziel war, die gesamte Regierung zu töten, inklusive den Staatschef.“

Urteil Mitte Juli

Anfang der Woche hatte sich der geständige Massenmörder bei einigen der Opfer der Bombenexplosion entschuldigt. Manche der Verletzten oder Toten im Osloer Regierungsviertel hätten keine Verbindung zur Politik und den Ministerien gehabt.

Breivik hatte im vergangenen Sommer insgesamt 77 Menschen getötet. Bei einem Amoklauf auf der Fjordinsel Utøya starben 69 Teilnehmer eines Sommercamps der Jugendorganisation der norwegischen Sozialdemokraten. Der 33-Jährige muss sich wegen Terrorismus und vorsätzlichen Mordes verantworten. Der Prozess soll insgesamt zehn Wochen dauern, das Urteil aber erst Mitte Juli gesprochen werden.
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