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Medienhaus Lensing
11.03.2010 06:00 Uhr
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Sanierungen bei Münster und Bremen: Neue Mängel auf der A1

BREMEN/MÜNSTER Dauerbaustellen, kilometerlange Staus und genervte Autofahrer: Die A 1, eine der wichtigsten Verkehrsadern in Deutschland, sorgt für immer neue Negativ-Schlagzeilen.Von Alexandra Heimken (mit dpa)

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So zeigte sich die sanierte A1 zwischen Münster-Nord und Münster-Süd: als eine Buckelpiste. (Foto: Jean-Marie Tronquet)

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Zu den Dauerbaustellen beim sechsspurigen Ausbau kommen jetzt zahlreiche Löcher im neuen Asphalt auf der Strecke zwischen Bremen und Hamburg. Nur zweieinhalb Monate nach der Freigabe muss ein Teilstück der Autobahn dort wieder saniert werden.

Und wie bei den Pfusch-Vorwürfen beim U-Bahn-Bau in Köln und Düsseldorf taucht auch dort der Name eines Mannheimer Baukonzerns auf: Bilfinger Berger. Im Zusammenhang mit der A 1 war der Konzern bereits Ende 2007 in die Kritik geraten. Auf einem frisch sanierten, drei Kilometer langem Teilstück in Höhe Münster wurden kurz nach der Freigabe schwere Mängel entdeckt. In der Fahrbahndecke befanden sich zahlreiche Bodenwellen, nach langem Streit übernahm Bilfinger Berger die Verantwortung und sanierte das Teilstück.

Auch auf der Strecke in Höhe Bremen ist eine Sanierung aktuell dringend notwendig. „Der oberste Belag bröselt einfach weg“, so Heiko Gerken von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Die neue Fahrbahndecke löse sich vier Zentimeter tief auf. Umfang der Schäden, Kosten und Dauer der Sanierungsarbeiten auf einer der wichtigen Urlauberstrecken in Deutschland sind bisher nicht abzusehen. Die neuen Probleme werfen einen Schatten auf das bisher größte Gemeinschaftsprojekt von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft (Public Private Partnership) in der Bundesrepublik: Das Konsortium „A1-mobil“ finanziert den Ausbau der 73 Kilometer langen Strecke sowie deren Betrieb.

Sperrung am Wochenende

Am Wochenende wird die A 1 zwischen Münster-Süd und Ascheberg in beide Richtungen voll gesperrt. Grund: Umfangreiche Sanierungsarbeiten an der alten Fahrbahndecke.

Die Fahrbahn der A1 bei Bremen ist hingegen gerade einmal zweieinhalb Monaten für den Verkehr freigegeben und schon wieder ein Sanierungsfall: In der neuen Fahrbahndecke befinden sich Löcher. Gebaut wurde der Abschnitt unter anderem vom Mannheimer Konzern Bilfinger Berger. Ob das Unternehmen auch die Verantwortung für die schweren Mängel mitträgt, ist noch unklar. Experten rätseln über die Ursachen. Dirk Matthies vom ADAC Weser-Ems in Bremen wundert sich. „Das ist sehr merkwürdig. So etwas kennt man nicht von neuen Straßen.“ Der als Flüsterasphalt bekannte Belag sei nicht zum ersten Mal verwendet worden, auch Frost dürfte kaum eine Rolle gespielt haben. Aus Sicht des ADAC-Mannes kann nur ein Fehler bei der Verfahrensweise verantwortlich sein.
Das Konsortium „A 1-mobil“ leitet das Gemeinschaftsprojekt von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft. Dessen Mitglieder äußerten sich gestern nur knapp zu den Schäden. „Die Ermittlungen der Ursachen dauern an.“ Die Bauzeit bis Ende 2012 werde sich nicht verzögern.

Nach Medienberichten soll im April ein Gutachten vorgelegt werden. Auf das Ergebnis ist auch die Landesregierung in Hannover gespannt. „Es ist Aufgabe des Konsortiums, wie es zum Ziel kommt. Die Verantwortung trägt „A1-mobil“, sagte gestern Heike Haltermann von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.

Die A 1 ist eine wichtige Nord-Süd-Achse in Deutschland. Sie verbindet die deutschen Seehäfen mit den südeuropäischen Wirtschaftsräumen. Aufgrund des sechsspurigen Ausbaus müssen Autofahrer auch in NRW mit Staus rechnen – besonders in der Ferienzeit. „Wir werden keine Tagesbaustellen in die Osterferien legen“, verspricht Andreas Roth, Sprecher von Straßen.NRW. Zu den Hauptreisezeiten seien wegen der Dauerbaustellen Staus aber nicht vermeidbar. 


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