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München (dpa) Leere Batterien, streikende Dieselmotoren, frierende Autofahrer - die klirrende Kälte der vergangenen Tage und die Großzahl der Einsätze hat die Pannenhelfer des ADAC an die Grenze der Belastbarkeit gebracht.
85 Prozent aller Einsätze erfolgen für Starthilfe bzw. wegen defekter Batterien. Foto: Bernd Wüstneck (Foto: dpa)
Gerade morgens, wenn die Menschen zur Arbeit wollen und ihre Fahrzeuge nicht anspringen, klingeln beim ADAC die Drähte heiß. Der Autoclub zählte am Montag in der Stoßzeit bis zu 9000 Anrufe binnen 15 Minuten. Mehr als 27 100 Mal mussten die «Gelben Engel» bei bis zu zweistelligen Minusgraden ausrücken, wie ADAC-Sprecher Christian Buric am Dienstag sagte.
Am 2. Februar waren es sogar mehr als 27 500 Einsätze - die zweithöchste Zahl in der Geschichte des Autoclubs. An normalen Wintertagen gebe es etwa 10 000 Einsätze, sagte Buric. «Wir haben jetzt mehr als das doppelte, fast das dreifache an Einsätzen.» Das sei eine immense Leistung. Bis zu drei Stunden mussten Autofahrer gelegentlich auf die Helfer warten.
2011 hingegen hatten der milde Herbst und Winterbeginn die Zahl der Einsätze auf knapp 4,07 Millionen sinken lassen. Das waren zwar rund vier Prozent weniger als im Vorjahr, dennoch mussten die 1700 Straßenwachtfahrer im Schnitt alle acht Sekunden ausrücken. 2010 hatten der strenge Winter, aber auch heiße Sommertage für reihenweise schwache Batterien und einen Rekord von 4,25 Millionen Pannen gesorgt.
In gut vier von fünf Fällen bekommen die Gelben Engel die Fahrzeuge wieder flott. «Wir haben 84 Prozent Erfolgsquote», sagte Buric. Wie schon früher waren auch 2011 defekte oder leere Batterien der häufigste Pannengrund (641 923 Einsätze). «In der Regel hält eine Autobatterie vier bis sechs Jahre. Ist sie älter oder hat sie bereits mehrere Tiefentladungen hinter sich, sollte sie ausgetauscht werden», erklärte der ADAC-Techniker Thomas Schwarz laut Mitteilung. Zudem belaste die Kälte die Elektronik von der Sitzheizung bis zum Autoradio zusätzlich.
Als störanfällig erwiesen sich auch Zündanlagen (176 158 Einsätze). Dritthäufigster Pannengrund waren Probleme mit Reifen (152 173). Doch nicht immer war ein Defekt am Auto der Grund des Hilferufs: Mehr als 99 000 Autofahrer brauchten Unterstützung, weil sie sich ausgesperrt hatten. In 157 000 Fällen half der ADAC am Unfallort, sicherte die Straße ab oder leistete Erste Hilfe.
Das neue ADAC-Pannenhilfe-Programm für Smartphones, das seit einem Jahr im Einsatz ist, habe sich bewährt. «Man muss vor allem seinen Standort nicht mehr durchgeben», sagte Buric. Der wird über GPS ermittelt und - sofern vom Anwender gewünscht - automatisch an den Autoclub weitergeleitet.
«Das ist vor allem bei Nacht und Nebel ein Riesenvorteil, wenn man nicht mehr weiß, wo man ist», sagte Buric. Mehr als 900 000 Autofahrer hätten die kostenlose App heruntergeladen und installiert; mehr als 40 000 Pannenhilfen seien darüber abgewickelt worden.
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