Medienhaus Lensing
09.03.2010 18:44 Uhr
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Brabus: Wichtig ist der Schub

BOTTROP Da steht er, der blechgewordene Männertraum: zwölf Zylinder, flach, breit, schwarz. Brabus-Chef Bodo Buschmann eilt durch den Ausstellungsraum des Bottroper Autotuners und nimmt in seiner Kreation Platz. Nun ist er startklar. Startklar für die Fragen von Hermann Beckfeld und Daniel Chmielewski.Von Daniel Chmielewski und Hermann Beckfeld

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Herr Buschmann, in was für einem Auto sitzen Sie?
Buschmann: Das ist ein Brabus SL V12 R Roadster.

Wie viel PS hat der?
Buschmann: Genau 750.

Haben Sie gar kein schlechtes Gewissen, in so einem Kraftprotz zu sitzen? Die Weltklimakonferenz ist noch nicht so lange her...
Buschmann: Nein, das habe ich nicht. Wenn wir alle Fahrzeuge zusammenrechnen, die mittlerweile die Brabus-Hallen verlassen, dann liegen wir mittlerweile durchschnittlich bei 151 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer. Das ist für einen Hersteller von superschnellen Autos gut. Liegt natürlich auch daran, dass wir smart-Brabus-Fahrzeuge haben.

Warum lassen Menschen bei Ihnen aus einem edlen Mercedes einen extra-edlen Mercedes machen?
Buschmann: Es ist der Spaß an Technik, an Autos und am Besonderen. Mit einem Brabus können Sie zum Kindergarten oder ins Theater fahren. Trotzdem bekommen Sie Fahrleistungen eines Supersportlers.

Also, langsam sieht Ihr SL da auch nicht aus...
Buschmann: Der Wagen hat ein Drehmoment von über 1300 Newtonmetern. Er ist in 3,8 Sekunden auf 100, in 11 Sekunden auf 200 und in 23 Sekunden auf 300. Und sie können diesen Wagen trotzdem mit 10 bis 12 Litern fahren.

Im Leerlauf?
Buschmann: Naja, wenn Sie mit dem 120 fahren, ist das ja fast Leerlauf (lächelt).

Was kostet der Spaß?
Buschmann: Das Fahrzeug hat einen Preis von rund 330 000 Euro.

Wer kann sich das leisten?
Buschmann: Wir verkaufen allein aus Bottrop heraus rund 7000 Fahrzeuge im Jahr, drei Viertel davon ins Ausland. Viele gehen an Automobilenthusiasten, denen das Beste gerade gut genug ist. Vom Scheich bis zur Showgröße ist alles dabei.

Spüren Sie die Wirtschaftskrise?
Buschmann: Wir spüren sie vor allem im mittleren Segment. Sehr gut laufen die kleinen smart-Brabus-Modelle und am anderen Ende der Palette die großen Zwölfzylinder. Wir haben noch nie so viele Zwölfzylinder in Bottrop gebaut wie im Jahr 2009.

Warum verschont die Krise gerade die Luxusklasse?
Buschmann: Die Kunden für diese Fahrzeuge sind unabhängiger von der Krise. Wir reden hier ja von wenigen Autos, die sich auf den Weltmarkt verteilen. Es geht um eine sehr hochkarätige Zielgruppe.

Bedeutet Luxus für diese Menschen überall auf der Welt das Gleiche?
Buschmann: Luxus definiert sich darüber, was man sich leisten will, kann oder darf. In den arabischen Ländern darf ich mir alles leisten, was ich kann. In den USA redet man darüber, dass man heute vielleicht 10 000 Dollar verdient hat. In Deutschland trägt man den Nerz eher nach innen. Entsprechende Fahrzeuge liefern wir aus. Das ist eine Frage der Mentalität.

Ihr verrücktester Auftrag?
Buschmann: Jeder Auftrag ist bei uns ausgefallen. Aber es gibt natürlich besondere Fälle. Einmal hatte zum Beispiel ein Kunde Straußenleder angeliefert wollte dann genau dieses Leder verarbeitet haben.

Wie wichtig sind die Frauen beim Kauf?
Buschmann: Wenn sie denn mitkommen, geht es vor allem ums Interieur. Wir können fast jeden Wunsch erfüllen. Wenn ein Kunde das Leder im Innenraum etwa genau so haben möchte wie die Handtasche seiner Frau, die er ihr vor 25 Jahren geschenkt hat, dann machen wir das. Sie können sich vorstellen, wie dessen Hochzeitstag verläuft. Damit kann man schon Punkte machen.

Halten Sie eine Wette?
Buschmann: Ich wette ungerne. Sie können mir ja erst sagen, worum es geht. Dann sage ich Ihnen, wie Ihre Chancen stehen.

Wir würden wetten, dass Sie schon mehr als 300 km/h auf einer öffentlichen Straße gefahren sind…
Buschmann: Natürlich. Ich muss ja unsere Produkte ausprobieren.

Was ist das für ein Gefühl?
Buschmann: Sie müssen bei diesem Tempo sehr vorausschauend und vorsichtig fahren. Aber das Gefühl bei unseren Fahrzeugen bezieht sich nicht auf die absolute Höchstgeschwindigkeit…

...sondern?
Buschmann: Wichtiger ist das Drehmoment, der Schub. Unsere Kunden sind keine Jungspunde, die durch die Stadt rasen. Sie wissen, was das Auto kann. Das entspannt ungemein.

Blicken Sie auch entspannt ins Geschäftsjahr 2010?
Buschmann: Ich erwarte für 2010 bei Absatz und Umsatz eine leichte Besserung gegenüber 2009. Unsere Märkte sehen stabil aus. Ich denke auch, dass gesamtwirtschaftlich ein leichter Aufschwung spürbar wird.

Wohin geht der Tuning-Trend der Zukunft?

Buschmann: Ein Teil der Zukunft werden Hybrid- oder Elektrofahrzeuge sein. Wir arbeiten beim Elektro-smart mit. Und wir veredeln Elektro-Fahrzeuge der Firma Tesla. Den dort hinten zum Beispiel (schaut durch den Rückspiegel auf einen Wagen im Ausstellungsraum).

Ihr Tesla ist stumm wie ein Fisch, kein Motorgeräusch, nichts. Können Ihre Kunden auf das Brabbeln eines dicken Verbrenners verzichten?
Buschmann: Wir haben extra einen Sound-Generator entwickelt. Es gibt zwei Sounds, einmal einen „V8-Sound“ wie in einem großen amerikanischen Fahrzeug, einmal einen „Space-Sound“, wie bei Raumschiff Enterprise (Anm. der Red.: Sounds bei uns im Internet abrufbar). Das hat nicht nur einen lustigen Effekt. Es geht um den Fußgängerschutz.

Sie gelten als schrecklicher Pedant. Jedenfalls haben Sie sich selbst mal so bezeichnet. Woran merkt man das?
Buschmann: Ich bin nicht nur superpingelig, ich bin antiseptisch und genau. Bei mir muss alles geordnet sein. Das sehen Sie an den Arbeitsplätzen hier. Mein Motto ist: Nur auf einem ordentlichen Arbeitsplatz kann man auch ordentlich arbeiten.

Bevor Sie akkurat aus dem Auto aussteigen, noch eine Frage: Würden Sie auch im Dunkeln erkennen, dass das ein Brabus ist?
Buschmann: Klar. Ich rieche das. So ein Leder haben nur wir. 

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BP-Chef Hayward tritt zurück - die richtige Entscheidung?

  • Ja. BP hat mit seinem Krisenmanagement völlig versagt. Es müssen Konsequenzen gezogen werden. Haywards Rücktritt ist nur eine logische Konsequenz.

  • Nein. Hayward hat sicherlich sein Bestes getan. Die Ölpest stellt eine schwierige Situation für BP dar. Hayward ist mit der Materie vertraut. Er sollte seinen Job weiter machen.

  • Ob Hayward zurücktritt oder nicht, ist mir gleich. Die Konsequenzen bei BP müssen viel weitreichender sein. Der Konzern ist für die größte Ölkatastrophe aller Zeiten verantwortlich. Profitgier und krumme Geschäfte führten dahin. Ein Bauernopfer reicht nicht!

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Chefetage

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