Reaktion nach Ratsbeschluss: E.ON will Kraftwerksbau in Datteln
DATTELN/HANNOVER Der Energiekonzern E.ON hält am umstrittenen Kraftwerksneubau in Datteln fest und begrüßt die Einleitung eines neuen Bebauungsplanverfahrens. Der Rat der Stadt hatte am Mittwochabend die Einleitung des Verfahrens beschlossen, nachdem der aktuelle Bebauungsplan für das Kraftwerk wegen Gesetzesverstößen gerichtlich außer Kraft gesetzt worden war.
Die Kraftwerks-Baustelle in Datteln. (Foto: dpa)
Klage von Bauern
Ein Bauer hatte gegen die Kraftwerkspläne geklagt und den Prozess gewonnen. Um das Kraftwerksprojekt, das im Rohbau bereits erstellt ist, fortzusetzen, müssen Landespläne, Regionalplan und Bebauungsplan angepasst werden. Umweltschützer sprechen bereits von einer Lex E.ON. Die Stadt prüft jetzt, ob tatsächlich ein neuer Plan aufgestellt werden kann. Über einen Beschluss, ob das Verfahren tatsächlich durchgezogen wird, wird der Rat voraussichtlich im April abstimmen. Ohne neuen Plan muss der Rohbau des Milliardenprojekts abgerissen werden.
"Energiepolitisch Sinnvoll"
Katalog von Planungsfehlern
Das Oberverwaltungsgericht in Münster hatte im vergangenen September in seiner Urteilsbegründung einen ganzen Katalog von Planungsverfehlungen zum Kraftwerksbau zusammengestellt. Die Liste reicht von der falschen Gebietsausweisung über Verstöße zum Sicherheitsabstand zur Wohnunbebauung bis zur mangelhaften Prüfung von Auswirkungen auf den Naturschutz. Nebenbei erwähnte der Senat, dass nicht einmal sicher sei, dass Vorgaben wie die Nutzung heimischer Ressourcen gesichert seien, da der Steinkohlebergbau bekanntlich auslaufen soll. Eine Verringerung des CO2-Anfalls in der Region sei auch nicht gewährleistet. Dem Bau des 1055-Megawatt- Kraftwerks stehe bislang nur die angekündigte Schließung des alten 300-Megawatt-Kraftwerks auf der anderen Seite des Dortmund-Ems-Kanals gegenüber.




