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Medienhaus Lensing
04.02.2012 18:20 Uhr
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Verhandlungen in Athen: Griechische Finanzen: «Stunde der Wahrheit»

Athen In Griechenland gehen die seit Wochen andauernden Gespräche über einen Schuldenschnitt und weitere Milliardenhilfen der internationalen Kreditgeber weiter.dpa

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Die Fahnen der EU und Griechenlands vor der Akropolis in Athen. Foto: Orestis Panagiotou (Foto: dpa)

Finanzministers Evangelos Venizelos verhandelte bis in die frühen Morgenstunden mit Experten der sogenannten Troika aus Vertretern der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB). «Nach zwölf Stunden kontinuierlicher und harter Verhandlungen kann ich sagen, dass wir viele Themen gelöst haben», sagte der Minister am Samstagmorgen. Es gebe aber einige kritische Themen, die noch nicht gelöst seien. Venizelos sprach von der «Stunde der Wahrheit».

Bis zu 25 Prozent weniger Lohn

Wie Venizelos weiter mitteilte, werde es eine Telekonferenz der Eurogruppe am Samstagnachmittag geben. Dabei wird er nach Informationen aus Kreisen des Finanzministerium in Athen seine Amtskollegen der Eurogruppe über den Werdegang der Verhandlungen mit der Troika informieren.

Am Samstagnachmittag sollte es auch ein Treffen des griechischen Ministerpräsidenten Lucas Papademos mit den Vorsitzenden der Parteien geben, die seine Regierung unterstützen - Sozialisten, Konservative und eine kleine rechtsgerichtete Partei. Dabei sollen weitere harte Sparmaßnahmen beschlossen werden, die hauptsächlich den privaten Sektor betreffen. Die Einschnitte sollen nach Schätzungen der Gewerkschaften bis zu 25 Prozent weniger Lohn mit sich bringen. Zudem sollen bis 2015 etwa 150 000 Staatsbedienstete entlassen werden.

Schuldenschnitt Voraussetzung für weitere Hilfen

Auch der Geschäftsführer des Internationalen Bankenverbandes IIF, Charles Dallara, wird am Samstag in Athen erwartet. Am Abend sollte er sich mit Papademos treffen. Eine Einigung auf einen freiwilligen Schuldenschnitt mit den privaten Gläubigern, darunter Banken und Hedge-Fonds, ist auch Voraussetzung für weitere Hilfen der Troika. Parallel war eine Debatte über eine mögliche Beteiligung der EZB entfacht, die Schätzungen zufolge der größte Gläubiger Athens ist. Nach einem Bericht der griechische Zeitung «Ta Nea» könnte das Volumen des Schuldenschnitts unter anderem mit EZB-Beteiligung von 100 auf 170 Milliarden Euro ausgeweitet werden. Dies wollte das Finanzministerium in Athen am Samstag nicht kommentieren.



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