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«El Loco» kommt!: Iberische Duelle im EL-Halbfinale

Lissabon (dpa) Die besten Fußball-Teams Europas kämpfen in der Champions League um den Titel, aber der für viele «beste Trainer der Welt» sorgt in der Europa League für Furore.

  • Bilbaos Trainer Marcelo Bielsa will mit seiner Mannschaft ins Finale der Europa League. Foto: Alfredo Aldai

    Bilbaos Trainer Marcelo Bielsa will mit seiner Mannschaft ins Finale der Europa League. Foto: Alfredo Aldai Foto: dpa

Mit Schalke-Bezwinger Athletic Bilbao will Marcelo Bielsa am Donnerstag im Halbfinal-Hinspiel bei den Portugiesen von Sporting Lissabon den Grundstein für ein rein spanisches Finale legen. Das zweite Vorschlussrundenduell bestreiten nämlich Atlético Madrid und der FC Valencia. «Wir sind zuversichtlich. Wenn wir unsere Normalform erreichen, haben wir gegen Sporting gute Chancen», sagte Bilbaos Mittelfeldmann Ander Iturraspe.

Das Spiel im Lissabonner Alvalade-Stadion wird auch Barcelonas Trainer Pep Guardiola nicht verpassen, der Bielsa als besten seiner Zunft verehrt. Der exzentrische Argentinier wird aber nicht nur von Guardiola, Diego Maradona und anderen Amtskollegen gefeiert. Auch von den seinen Spielern kommt überschwängliches Lob: «Bielsa arbeitet wie kein Zweiter, hat uns einen Qualitätsschub gegeben und will, dass wir wie Barça spielen», erzählt Mittelstürmer Fernando Llorente.

In Portugal flösst Bielsa mit seinem offensiven Stil Angst ein. «El Loco kommt!», sagte ebenso bewundernd wie besorgt ein TV-Moderator in Anspielung auf den Spitznamen des exzentrischen Idealisten. «Der Verrückte», wie der 56-Jährige genannt wird, ist vom Fußball besessen, zieht sich stundenlang Match-Videos rein. Zwischen 1998 und 2010 ließ er als National-Coach von Argentinien und Chile schon begeisternden Fußball spielen, scheiterte aber immer im entscheidenden Augenblick. Nach der WM 2002 wird er daheim in Argentinien denn auch eher gehasst.

Nun soll Bielsa dafür sorgen, dass Bilbao, das nur baskische Spieler einsetzt und vor Schalke die Millionentruppe von Manchester United aus dem Wettbewerb schoss, das erste europäische Finale erreicht seit der UEFA-Cup-Niederlage 1977 gegen Juventus Turin. Leicht wird es für die «jungen Wilden» in Lissabon aber keinesfalls. National-Mittelfeldmann Javi Martínez ist gesperrt, Stürmer Iker Muniain bangt wegen einer Augenentzündung um seinen Einsatz.

Sporting setzt auf die tolle Form von Nationaltorwart Rui Patrício, des chilenischen Regisseurs Matís Fernández und des niederländischen Stürmers Ricky van Wolfswinkel. Seit der Amtsübernahme von Trainer Ricardo Sa Pinto im Februar haben die «Löwen» alle acht Heimspiele gewonnen und nur ein Gegentor zugelassen. «Wir brennen vor Ehrgeiz», sagt Kapitän Daniel Carriço. 48 Jahre nach dem Triumph im Europapokal der Pokalsieger will der Finalist des UEFA-Pokals 2005 wieder einen europäischen Titel holen.

Ganz heiß wird das spanische Bruderduell: Valencia sinnt auf Revanche für das Ausscheiden im Viertelfinale 2010 gegen den späteren Sieger Atlético Madrid. «Das hat vor zwei Jahren sehr weh getan, das war damals in vielerlei Hinsicht nicht gerecht», sagt der linke Außenverteidiger Jordi Alba. Atlético, das Hannover 96 in die Schranken wies, setzt auf Radamel Falcao. Der Kolumbianer hatte 2011 den FC Porto mit 17 Toren fast im Alleingang zum Europa-League-Titel geschossen und ist auch diese Saison sehr gut drauf.

Autor
Emilio Rappold, dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    18. April 2012, 15:16 Uhr
    Aktualisiert:
    18. April 2012, 15:22 Uhr
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