Das ewige Ballfieber
Es ist schon jetzt ein einziges Stück der Begierde, ein höchstes Gut der Sammelleidenschaft, ein Objekt von unschätzbarem, vor allem ideellem Wert. Fein säuberlich abgezählt wurden gestern 23 Endspielbälle auf den Markt geworfen, mit der Beschriftung Deutschland - Spanien.
Unser Reporter vor Ort: Gerd Strohmann
Sonntagabend ist sie schon Vergangenheit, diese Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz. Wir haben tolle Gastgeber kennen gelernt, sie haben uns die Freundschaft angeboten, warmherzig, hilfsbereit, immer mit einem charmanten Lächeln. Vier Wochen haben wir fast in Freistoß-Nähe mit der Nationalelf gewohnt, sechs Mal sind wir zu den Spielorten Klagenfurt, Basel und Wien gereist, sind geflogen oder haben halbe bis ganze Nächte auf den Autobahnen verbracht. Manchmal waren die Ränder unter den Augen unser Zeitzeuge, meist war es ein frohes Lachen. Wir haben mitgefiebert, mitgezittert, mitgelitten.
Manchmal haben auch wir, die doch eigentlich unparteiischen Berichterstatter, bei Toren die Fäuste geballt, wenn auch unterm Tisch, manchmal haben wir das Deutschland-Lied mitgesungen, wenn auch ganz leise und heimlich. Und bei allem Luxus, live im Stadion dabei zu sein, haben wir manchmal ein klein wenig neidisch nach Hause geschaut, haben die fast grenzenlose Begeisterung in der Heimat verfolgt, hätten die Partys gern mitgefeiert. Ein kluger Mann hat einmal gesagt, der Ball sei eine der wichtigsten Erfindungen der Menschheit. Wer wollte ihm widersprechen?












