Klose erinnert an Kapitäns-Abmachung - Alle 21 fit
München (dpa) Joachim Löw kann für den angepeilten Sechs-Punkte-Start in der EM-Qualifikation mit allen 21 eingeladenen Spielern planen, die er mit «einigen zukunftsweisenden Entscheidungen» etwa in der Kapitäns-Frage und der Torwart-Rangfolge auf dem Weg Richtung EM 2012 einschwören will.
Miroslav Klose hat sich in der K-Frage zu Wort gemeldet.
- Trio strauchelt im Titelkampf - Bayern 1:1 beim HSV
- Magaths Bundesligarekord: 36 Profis in 20 Spielen
- FCK-Coach Kurz: Brauchen Siege - Podolski in Gips
- Santini vs. Junuzovic: Hoffnungsträger vor Debüt
- Trotz Eiseskälte: BVB auch ohne Gala meisterlich
Vor der Beantwortung der «K-Frage» erinnerte Stürmer Miroslav Klose dabei vor dem Treffpunkt der deutschen Nationalmannschaft am Dienstag in Frankfurt am Main an eine interne Abmachung, die nach dem WM-Ausfall von Michael Ballack getroffen worden war. «Wenn alles so kommt wie abgesprochen, wird Ballack wieder Kapitän», sagte Mannschaftsrats-Mitglied Klose in einem «Kicker»-Interview.
Löw hat mit der Aussage, dass er «gern viele Kapitäne» in der Mannschaft haben möchte, bereits eine mögliche Kompromiss-Lösung angedeutet. Dem Mannschaftsrat, den er nach Ballacks WM-Ausfall mit den drei Münchnern Lahm, Klose und Bastian Schweinsteiger sowie dem Bremer Per Mertesacker und dem Neu-Wolfsburger Arne Friedrich besetzt hatte, soll in Zukunft eine noch größere Bedeutung zukommen.
Die interne Ansage vor der WM war laut Klose diese: «Es war zwischen Philipp Lahm und dem Bundestrainer so abgesprochen, dass Philipp bei der WM der Übergangskapitän ist.» Darum gehe er davon aus, dass Ballack «sicher Kapitän sein wird, wenn er wieder dabei ist».
Wann das der Fall sein wird, ist ungewiss, auch wenn Routinier Klose (32) weiterhin sportlichen Bedarf für den fast 34 Jahre alten Bundesliga-Rückkehrer Ballack sieht. «Wenn Ballack fit ist, brauchen wir ihn auf jeden Fall, keine Frage», erklärte Klose.
Löw durfte sich nach dem 3:6 von Bayer Leverkusen gegen Borussia Mönchengladbach darin bestätigt fühlen, auf den sichtbar noch nicht wieder topfitten Ballack für die beiden Partien am Freitag in Brüssel gegen Belgien sowie vier Tage später in Köln gegen den von Berti Vogts betreuten Außenseiter Aserbaidschan verzichtet zu haben. «Man wird sehen, wie die nächsten Wochen ablaufen», hatte Löw bereits zuvor in Richtung des lange verletzten Ballack bemerkt.
Löw wird vor dem Belgien-Spiel Klartext mit seinen Spielern reden, denn der Bundestrainer hat wichtigere Sorgen als die von ihm als «überhöht» eingestufte Diskussion um interne Hierarchien. Knapp zwei Monate nach Platz drei bei der WM will er unbedingt einen Fehlstart in Belgien vermeiden. «Bei uns sind einige Spieler nach der WM immer noch im Trainings-Rückstand», warnte Löw: «Es wird schwierig, aber wir wollen versuchen, an die Leistungen der WM anzuknüpfen.»
«Wir vertrauen unserer Mannschaft», betonte Löw-Assistent Hansi Flick. 17 WM-Teilnehmer stehen im Kader, darunter die beiden Neu- Madrilenen Sami Khedira und Mesut Özil. Die beiden DFB-Stammkräfte kamen beim Saisonstart in Spanien mit Real bei RCD Mallorca (0:0) jeweils nur als Einwechselspieler zum Zuge. Zur Beobachtung saß kein DFB-Trainer im Stadion. «Wir wissen, was Özil und Khedira können», meinte Flick.
Offen ist noch eine Prämienregelung für die EM-Qualifikation, wie DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach bestätigte. Auch ein Termin für diese Woche sei nicht vereinbart worden. Zuletzt gab es in der Qualifikation für die WM 20 000 Euro pro Spieler pro Berufung (maximal 200 000 Euro). In der Qualifikationsrunde für die EM 2008 hatte der Deutsche Fußball-Bund 12 500 Euro pro Spiel gezahlt.













