Vom «Gott» zum «Monster»: Capello wehrt sich
London (dpa) Englands Fußball-Nationaltrainer Fabio Capello hat sich vor dem EM-Qualifikationsauftakt gegen Bulgarien gegen harte Kritik in der britischen Presse gewehrt.
Englands Nationaltrainer Fabio Capello lässt sich nicht beirren.
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«Erst schafft ihr den Gott, dann schafft ihr das Monster», sagte der Italiener zu Journalisten in seinem gewohnt leicht gebrochenem Englisch. «Wir haben ein WM-Spiel gegen Deutschland verloren, nachdem der Schiedsrichter einen Riesenfehler gemacht hat. Daran erinnert ihr Euch nicht mehr.»
Die Wertschätzung von Capello, einem der erfolgreichsten Vereinstrainer der Welt, war nach dem schlechten WM-Auftritten der «Three Lions» und insbesondere nach der 1:4-Schlappe gegen Deutschland drastisch umgeschlagen. Dem zuvor allseits gelobten 64 Jahre alten Italiener wurden unter anderem mangelnde Fach- und Englischkenntnisse unterstellt. Zahlreiche Zeitungen forderten ihn rüde zum Rücktritt auf. Das auflagenstärkste Boulevardblatt «The Sun» klebte ihm auf einer Fotomontage unlängst Eselsohren an.
«Eure Meinung über mich hat sich seitdem komplett geändert. Ihr habt eine Menge geschrieben, aber ich lebe mit der Situation», sagte Capello und gab sich nach außen von der Kritik unbeeindruckt. «Das ist kein Problem für mich. Ich kann mich noch erinnern, was ihr nur kurze Zeit vorher über mich geschrieben habt.»
Der Italiener mokierte sich über die taktischen Vorhaltungen der Journalisten, die ihm andere Spielformationen empfohlen. «Ihr seid eine Menge Trainer. Gibt es einen Unterschied zwischen 4:4:2, 4:5:1 oder 9:1?», fragte Capello rhetorisch. «Heute greifen alle an, und alle verteidigen. Das ist der moderne Stil.» Der englische Verband hatte vor der WM den Vertrag mit Capello verlängert und - wohl auch aus finanziellen Gründen - nach der WM an ihm festgehalten.













