Magath erlebt sein blaues Wunder: „Das war ein Sieg für die Schalker Seele!"
Gelsenkirchen Manchmal muss die Welt aus Sicht von Felix Magath ungerecht wirken. Als das Spiel des FC Schalke 04 gegen den VfL Wolfsburg (4:0) gerade wegen einer Verletzungspause unterbrochen war und die Fans ein wenig Abwechslung suchten, erinnerten sich viele Schalker Anhänger an den Ex-Trainer der Königsblauen und riefen: „Nie mehr Felix Magath!“
FC Schalke 04 gegen VfL Wolfsburg, Fußball-Bundesliga, Veltins-Arena Auf Schalke 19.02.2012, Foto: Stefan Korte (Medienhaus Bauer) (Stefan Korte)
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Ob Schalke auch mit Magath zum aktuellen Höhenflug fähig gewesen wäre, bleibt in der Beurteilung den Spekulanten überlassen. Fakt ist, dass Magath Schalke im März 2011 unter lautem Getöse verlassen musste, kurz darauf wieder in Wolfsburg anheuerte und zumindest gestern hilflos mit ansehen musste, dass sein ehemaliger Arbeitgeber seinem aktuellen sportlich weit überlegen ist.
Zwar hatten auch die Gäste gute Möglichkeiten, und vielleicht wäre die Partie anders gelaufen, wenn die Wolfsburger in den Anfangsminuten eine davon genutzt hätten. Aber insgesamt zeigte sich Schalke nach drei zuletzt eher schwachen Vorstellungen diesmal von Beginn an hellwach. Angetrieben von den glänzend aufgelegten Raul und Höger stürzte die Mannschaft von Trainer Huub Stevens den VfL Wolfsburg von einer Verlegenheit in die andere.
Besonders wenn Schalke mit Draxler und Farfan über die Flügel kam, war bei Wolfsburg Land unter. Die Tore von Raul (9., 400. Pflichtspiel-Tor seiner Karriere!), Huntelaar (15.), Matip (49.) und wieder Huntelaar (72., bereits sein 18. Bundesliga-Treffer in dieser Saison!) waren Ausdruck einer deutlichen Schalker Überlegenheit. Für Wolfsburg hätte es sogar noch dicker kommen können, wenn Huntelaar nicht noch mit einem Elfmeter (35.) und einer Großchance (45.) an Benaglio gescheitert wäre.
Schalke, mit Uchida in der Startformation (Höwedes und Obasi waren gelb-gesperrt, daher musste der während des Spiels von den Schalker Fans gefeierte Stevens umstellen), bleibt also oben dran – vor dem Spiel am Sonntag in München sind die Königsblauen nun sogar den Bayern auf den Pelz gerückt. Und, vielleicht noch wichtiger: Durch den Sieg gegen Wolfsburg wurde Werder Bremen auf Distanz gehalten.
Einziger Wermutstropfen: Torhüter Lars Unnerstall verletzte sich nach einer „Kollision“ mit Madzukic (25.) und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Für Unnerstall kam Timo Hildebrand zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz für Schalke.
Als Schalkes Fußball-Gala beendet war, grantelte Magath: „Nach dem 0:1 haben wir aufgehört zu verteidigen.“ Das war im Prinzip seine einzige Aussage in der Pressekonferenz. Schalkes Geschäftsführer Peter Peters nippte derweil genüsslich an seinem Bier: „Das war ein Sieg für die Schalker Seele!“ Manchmal muss Felix Magath, der diese Schalker Seele oft vor harte Prüfungen gestellt hatte, die Welt als ungerecht empfinden. Zumindest aus seiner Sicht.









