Schalke 04: Geprügelt, getroffen und dann vergessen
AUSGBURG Das hatte sich der FC Schalke 04 ganz anders vorgestellt. Beim abstiegsgefährdeten FC Augsburg mussten sich die Königsblauen mit einem 1:1 (1:1) begnügen, so dass der Kampf um die direkte Champions-League-Qualifikation weiterhin spannend bleibt.
Nur selten kam das Augsburger Tor in Gefahr wie in dieser Szene, als FCA-Schlussmann Simon Jentzsch vor Joel Matip (Mitte). Sebastian Langkamp (r.) verfolgt gebannt den Weg des Balles. Foto: dpa (Stefan Puchner (dpa))
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Huub Stevens war bei seiner Anfangself in Augsburg zu drei Wechseln gezwungen. Kyriakos Papadopoulos (Adduktorenbeschwerden), Christian Fuchs (Gelb-Sperre) und Julian Draxler (Oberschenkelverletzung) mussten passen und wurden durch Joel Matip, der zuletzt im Derby eine Gelbsperre hatte absitzen müssen, sowie den wieder genesenen Benedikt Höwedes und Chinedu Obasi ersetzt. Außerdem rückte Lewis Holtby für Christoph Moritz ins Team.
Den Treffer der Königsblauen hatte Klaas-Jan Huntelaar erzielt. Der Niederländer konnte nach 38 Minuten die frühe Führung der Platzherren durch Sebastian Langkamp egalisieren. Für Huntelaar war es nicht nur der 44. Treffer im 45. Pflichtspiel in dieser Saison, sondern auch ein turbulentes Wochenende. Denn beim Abschlusstraining am Samstag war der Niederländer mit Jermaine Jones aneinander geraten. Nur mit Mühe konnte eine größere Prügelei verhindert werden.
Und nach der Partie in Augsburg stand der Torjäger noch einmal unfreiwillig im Blickpunkt, weil der Mannschaftsbus irrtümlicherweise ohne ihn losfuhr und Huntelaar sich allein zum Münchner Flughafen machen musste. Wenigstens gab es ein Lob von seinem Trainer „(Wir können froh sein, das wir Huntelaar haben“), doch ansonsten ging Stevens hart mit seiner Mannschaft ins Gericht: „Wir haben den Start in das Spiel total verschlafen, Auch die zweite Halbzeit war nicht viel besser“, schimpfte der 58-Jährige völlig zu recht über den schwachen Auftritt seiner Mannschaft.
„Augsburg hat sich mit seinem Auftreten einen Punkt verdient. Der FCA hat leidenschaftlich gekämpft“, musste auch Schalkes Mannschaftskapitän Benedikt Höwedes einräumen und fügte hinzu: „Wir haben es leider nicht immer geschafft, spielerisch dagegenzuhalten.“
Wie so oft vor heimischer Kulisse seit dem Winter begannen die Schwaben enorm agil und selbstbewusst – und der forsche Start wurde belohnt: Langkamp erzielte mit einem schulbuchmäßigen Kopfball nach Ecke von Marcel Ndjeng die Führung. „Der FCA hat aufopferungsvoll gekämpft“, urteilte Schalke-Keeper Lars Unnerstall, der mehrmals eingreifen musste und glänzend parierte. Besonders enttäuschend bei den Königsblauen: Der im Winter ausgeliehene und vor kurzem verpflichtete Obasi enttäuschte wieder einmal restlos.
„Wir machen uns das Leben selbst schwer. Das ist einfach nur mehr als ärgerlich“, schimpfte Schalke-Manager Horst Heldt. Der 42-Jährige wird den Spielern in den nächsten Tagen sicher noch einmal ins Gewissen reden. Denn spielt Schalke so schwach wie in Augsburg, droht der dritte Platz noch an Mönchengladbach zu gehen.









