Schalker bei der EM: "Papa" wird respektiert und gefürchtet
GELSENKIRCHEN Das Fußballereignis des Jahres beginnt am 8. Juni. Dann stehen die Europameisterschaften in Polen und der Ukraine auf dem Programm, und zwar auf jeden Fall mit Schalker Beteiligung. In einer Serie stellen wir die Schalker EM-Kandidaten vor. Den Anfang macht der griechische Nationalspieler Kyriakos Papadopoulos.
Zunge raus - Freude pur: Kyriakos Papadopoulos hat sich auf Schalke zum Publikumsliebling entwickelt und will mit Griechenland nun auch bei der Europameisterschaft eine gute Rolle spielen. Foto: Karsten Rabas / NBM (Fotodesign: Karsten Rabas)
Denn mit Kommandos und Anweisungen an seine Mitspieler ist der Youngster auf dem Spielfeld alles andere als sparsam. „Papa“ motiviert und kritisiert nach Herzenslust und gibt nie einen Ball verloren. „Ich will in jeder Partie das Maximale rausholen“, betont der Defensivspezialist, der wegen einer Adduktorenverletzung den Saisonendspurt verpasste und auch die Saisonabschlussfahrt nach New York nicht mitmachen konnte.
Schießlich will der 20-Jährige bei der Europameisterschaft sich wieder in Topform präsentieren. Deshalb schuftete er in Gelsenkirchen in der Reha. „Wir haben eine sehr ausgeglichene Gruppe erwischt. Da ist alles möglich“, sagt Papadopoulos zu den griechischen Gegnern Polen, Tschechien und Russland. Die Griechen bestreiten am 8. Juni gegen Gastgeber Polen das Eröffnungsspiel.
Die Gruppenphase will der junge Schalker auf jeden Fall mit seiner Nationalmannschaft überstehen. „Sollten wir das schaffen, wäre ein erstes Etappenziel erreicht. Wir haben viel Potenzial in der Mannschaft“, betont Papadopoulos, dessen Familie bei der Europameisterschaft live vor Ort dabei sein wird. „Papa und Mama sind meine größten Kritiker. Aber sie haben mich auch immer unterstützt, seit ich Fußball-Profi geworden bin“, erzählt Papadopoulos, der bereits mit 15 Jahren bei Olympiakos in der 1. griechischen Liga sein Debüt feierte. Wie bei Olympiakos so ist „Papa“ auch bei den Königsblauen ein absoluter Publikumsliebling. Die Zuneigung der Fans führt der Abwehrrecke auf seine Spielweise zurück: „Die Leute sehen, das ich in jedem Spiel an meine Schmerzgrenze gehe. Es macht mich auch ein bisschen stolz, dass ich auf Schalke so gut angekommen bin.“
Bei der Europameisterschaft erwartet Papadopoulos, dass viele griechische Anhänger trotz der wirtschaftlichen schwierigen Lage in ihrem Land die Mannschaft unterstützen werden. „Sie sind unser zwölfter Mann“, freut sich der junge Grieche auf viel Zuspruch aus der Heimat.
Wie groß die Fußballbegeisterung in Griechenland werden kann, erlebte Papadopoulos hautnah beim sensationellen Gewinn des EM-Titels 2004 mit. „Ich habe als Junge in einem Café das Finale verfolgt. Als der griechische Sieg unter Dach und Fach war, haben wir alle auf der Straße getanzt“, erzählt Papadopoulos mit leuchtenden Augen. Von einer Wiederholung solch eines Triumphs mag er zwar nicht sprechen, doch ein bisschen träumen darf doch wohl erlaubt sein. Vor allem, wenn man erst 20 ist.








