Interview mit Heldt: „Vielleicht wird Jeff ja der neue Schobi...“
Gelsenkirchen Noch etwas zerzaust durch eine heftige Umarmung von Aufsichtsratschef Clemens Tönnies, aber sichtlich entspannt lehnte Schalkes Manager Horst Heldt nach dem Schalker 4:0-Sieg gegen Berlin an einer Wand im Medienraum der Veltins-Arena. Heldt wusste: Seine erste „richtige“ Saison als Schalke-Manager endet mit der direkten Champions-League-Qualifikation.
Fast wie bei einer Meisterfeier: Schalkes Spieler feiern den Abschied von Raúl und Co. sowie den Einzug in die Champions League, Aufsichtsratschef Clemens Tönnies (vorn r.) umarmt Manager Horst Heldt. Foto: Rabas (NBM)
In der Tat waren es sehr bewegende Bilder. Mir war dabei ganz besonders wichtig, dass sich – obwohl er natürlich im Mittelpunkt stand und stehen sollte – nicht nur alles um Raúl dreht. Mir war genau so wichtig, dass auch Spieler wie Hans Sarpei, Levan Kenia und Mathias Schober einen würdigen Abschied bekamen. Ich denke, dass auch das den Verein Schalke 04 auszeichnet, sich in solchen Situationen tatsächlich als große Vereinsfamilie zu präsentieren.
Das Bonbon für die Fans haben Sie sich bis zum Schluss aufgehoben – die Vertragsverlängerung mit Jefferson Farfan. Wann stand fest, dass er bleiben würde?
Im Prinzip waren wir uns am Donnerstag einig, am Freitag hat er den Vertrag dann unterschrieben.
Lange sah es nicht danach aus, die Fronten galten wegen Farfans Forderungen als verhärtet...
Es gab tatsächlich eine Phase, in der wir relativ weit auseinander lagen. Aber ich denke, dass unser Gesamtpaket am Ende überzeugend für Jeff war.
Oder hatte er keine anderen Angebote?
Doch, die hatte er. Meines Wissens gab es für ihn unter anderem eine Anfrage von Juventus Turin.
Und da konnte Schalke mithalten?
Eines ist klar: Wir haben für die Vertragsverlängerung mit Jefferson Farfan nicht unseren gesteckten Rahmen verlassen. Wenn es Jeff nur ums Geld gegangen wäre, hätte er wohl nicht bei uns verlängert. Aber ich denke, dass ihm die Erkenntnis gekommen ist, was er hier aufgeben würde. Die Liga, die Arena, volle Stadien, Champions League und die Anerkennung der Fans, die das bei Jeff ganz fantastisch gemacht haben. Sie haben ihn auch dann unterstützt, als er in der öffentlichen Wahrnehmung nicht unumstritten war. Das hat er nicht vergessen.
Farfan gilt als schwierig und chronisch abwanderungswillig. Jetzt spielt er schon seit vier Jahren hier, wenn er seinen Vertrag bis 2016 erfüllt, wären es acht Jahre Schalke. Ist Farfan am Ende pflegeleichter als man denkt?
Jeff ist so, wie er ist. Sicherlich hat er auch Momente, die man als schwierig bezeichnen könnte. Aber die habe ich auch, die haben Sie wahrscheinlich auch. Wichtig ist: Jeff weiß, was er an Schalke hat. Und wir wissen, was wir an Jeff haben. Wer weiß: Vielleicht wird Jeff ja der neue Schobi... (Mathias Schober spielte mit Unterbrechungen seit 1990 beim FC Schalke 04, die Red.).








