Neuanfang mit mehr Förderung: Den Riesen wieder wecken

DÜSSELDORF Es gibt sie wieder, die deutschen Helden im Tennis. Andrea Petkovic schaffte es unter die zehn besten Spielerinnen der Welt, Sabine Lisicki und Julia Görges folgen ihr auf den Rängen 13 und 15. Florian Meyer, der Weltranglisten-18., hat sogar schon Topstar Rafael Nadal geschlagen.

  • Karl-Georg Altenburg (M.) ist der Präsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB).

    Karl-Georg Altenburg (M.) ist der Präsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB). Foto: dpa

Trotz der aktuellen Erfolge scheint das deutsche Tennis nach Zeiten von Boris Becker und Steffi Graf eingeschlafen zu sein. Dr. Karl-Georg Altenburg (Foto), der neue Präsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB), hat sich deshalb ein Ziel gesetzt: Er will den schlafenden Riesen Tennis wecken.

Kaum Veränderung

„Deutschland ist immer noch eine Tennisnation“, stellt Altenburg beim Vergleich der Mitgliederzahlen fest. Im Jahr 1985, als Deutschland durch Boris Becker und Steffi Graf einen Tennis-Boom verzeichnete, spielten 1,67 Millionen Mitglieder in fast 8000 Vereinen mit dem Filzball. Heute, rund 26 Jahre später, hat sich kaum etwas verändert. 1,6 Millionen Mitglieder organisieren sich in 9000 Klubs. Es gäbe vier Millionen vereinslose Aktive und 20 Millionen Interessierte, so Altenburg, das sei eine ausgesprochen gute Ausgangsposition.

„Wir haben keine Weltstars mehr im Tennis, und es gibt keine großen Turniere mehr in Deutschland. Der sportliche Erfolg ist ausbaufähig, die Talententwicklung überschaubar und die Medienpräsenz schwach“, analysiert Altenburg. Ein Neuanfang muss her, ist sich der DTB-Präsident sicher. Dabei gehe es um die Belebung des Sports in der Breite. Seine Ziele: mehr Erfolge im Spitzensport, Erhöhung der Mitgliederzahlen, systematische Förderung des Nachwuchses und Bildung einer Marke Tennis.

Mehr Hilfe aus der Industrie

Seit zehn Jahren habe man nicht mehr in den Tennissport investiert, so Altenburg. Um langfristig weitere Erfolge zu erreichen, müsse mehr Geld in den Nachwuchs fließen. „Wir wollen den Spielern aber auch eine finanzielle Sicherheit bieten, indem wir ihnen z.B. eine Ausbildung im Verband ermöglichen“, so der 48-Jährige.

Dafür benötige man aber mehr Hilfe aus der Industrie. Auch für das Vorhaben, eine Marke Tennis zu bilden, brauche es Unterstützung. „Es geht darum, den Sport neu zu präsentieren und nicht nur darum, Tennis zu spielen“, sagt Altenburg. Aus diesem Grund will der DTB-Chef die „Begrifflichkeit Deutsche Nationalmannschaft“ im Tennis etablieren. Vorbild kann hier nur der Fußball sein.

Der schlafende Riese

Um eine Marke wahrnehmen zu können, müsse eine stärkere Medienpräsenz her, wie Altenburg, der Deutschlandchef der Investmentbank JP Morgan ist, weiß. Bestes Beispiel könne der Davis Cup in Stuttgart sein. Das Turnier war ausverkauft, rund 3,6 Millionen Zuschauer haben sich die Zusammenfassung beim ZDF angeschaut, und es gab erstmals einen Internet-Livestream.

Dies, und da ist sich auch der neue DTB-Präsident Karl-Georg Altenburg, sicher, könne aber nur ein Vorreiter von Zukünftigem sein. Schließlich will er den schlafenden Riesen Tennis wieder richtig wecken. 
Autor
Andrea Wellerdiek
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    14. März 2012, 17:39 Uhr
    Aktualisiert:
    10. April 2012, 18:14 Uhr
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