Kontroverse um ÖPNV-Kosten: Streit zwischen Bürgermeister und Landrat droht zu eskalieren

DORSTEN/RECKLINGHAUSEN Zwischen der Stadt Dorsten und dem Kreis Recklinghausen herrscht derzeit dicke Luft. Grund ist eine Kontroverse um die Kostensenkung im öffentlichen Nahverkehr. Vor allem das Zerwürfnis zwischen Bürgermeister Lambert Lütkenhorst und Landrat Cay Süberkrüb droht zu eskalieren.

Schon bei seiner Begrüßungsrede zum Vestischen Empfang in der letzten Woche bezichtigte der Landrat Lütkenhorst, er betreibe Dorstens Ausstieg aus der interkommunalen Zusammenarbeit.

„Dorsten ist Vorreiter in interkommunaler Zusammenarbeit und wird sich aus dieser auch nicht generell zurückziehen“, konterte der Bürgermeister postwendend in einem Brief an seine Amtskollegen im Kreis, den Kreistag und die Bezirksregierung.

Ausbeuter-Methoden?

Gestern ging noch ein zweiter Brief an den gleichen Adressatenkreis auf die Reise. Denn nun hat sich noch eine zweite Front aufgetan. Im Internet und gegenüber der Presse erteilte Süberkrüb angeblichen Dorstener Bestrebungen, den ÖPNV privatisieren zu wollen, eine klare Absage.
    
Und Dorstens SPD-Stadtverbands-Chef Michael Baune schoss beim SPD-Neujahrsempfang gegen Lütkenhorst: „Anders als mit ihm würde es mit mir keine ausbeuterischen Löhne für Busfahrer geben.“ Die Niag-Busgesellschaft im Kreis Wesel zahle 30 Prozent weniger als die Vestische.

Sparpotenzial ausloten

„Ich bin nicht nur verwundert, sondern auch verärgert, weil mir das Wort im Munde umgedreht wird“, reagierte Lütkenhorst auf die beiden SPD-Attacken, „und ich lasse mir vom Landrat keine Denkverbote erteilen.“

Fakt sei, dass die Niag ihre Mitarbeiter nach einem mit der Gewerkschaft Verdi ausgehandelten Haustarif bezahle. Und die ÖPNV-Privatisierung habe er, so Lütkenhorst, mit keiner Silbe gefordert: „Wir tun nur das, was alle Bürgermeister gemeinsam in einem Brief vom Landrat gefordert haben: Die Organisationsstrukturen der Vestischen Straßenbahnen im Hinblick auf Potenziale zur Kostensenkung zu prüfen.“

"50.000 Euro einsparen"

Aus diesem Grunde habe sich die Dorstener Strukturkommission am Niederrhein umgesehen, wo übrigens auch ein SPD-Landrat für den Nahverkehr zuständig sei. Lütkenhorst: „Unser Maßnahmenkatalog sieht vor, beim ÖPNV in Dorsten 50.000 Euro einzusparen. Und das kann nicht durch das Streichen weiterer Linien geschehen, wie es Landrat Süberkrüb als einzige Möglichkeit darstellt.“
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