Tatort: Neues Ermittler-Team fordert besonderes Drehbuch

DORTMUND Nicht auf Mördersuche, sondern auf Stadtrundfahrt ging das neue "Tatort"-Ermittlerteam um Jörg Hartmann alias Peter Faber am Montag in Dortmund. Die vier Kommissare stellen ganz besondere Anforderungen an Drehbuchautor Jürgen Werner.

  • Das ist das Dortmunder Tatort-Team (v.l.): Jörg Hartmann, Aylin Tezel, Anna Schudt und Stefan Konarske.

    Das ist das Dortmunder Tatort-Team (v.l.): Jörg Hartmann, Aylin Tezel, Anna Schudt und Stefan Konarske. Foto: Dieter Menne

Nein, Jörg Hartmann hat nicht um diesen Umweg gebeten. Der Schauspieler kennt sich ja aus in Dortmund und muss keine Stadtbesichtigung mehr machen. Die Panne geht auf das Konto des Busfahrers.
Der hat an diesem Montagmorgen prominente Fracht an Bord. Alle vier Tatort-Kommissare, die ab dem kommenden Jahr in der Westfalenmetropole ermitteln, sind auf Fototour durch „ihre“ Stadt.
    
Rund 60 Journalisten begleiten das Quartett. Tatort ist halt Fernsehkult.

Damit das so bleibt, muss der gebürtige Münchener und Wahl-Hamburger Thomas Jauch fernab der Heimat einen guten Job machen. Der 54-Jährige führt Regie beim Erstling, kommende Woche beginnen die Dreharbeiten.

Das Ruhrgebiet als Fernsehkulisse kennt Jauch. „Die letzten beiden Schimanskis sind meine Arbeit“, sagt er und hat gleich einen Tipp parat: „Dortmund als Kulisse erscheint zum ersten Mal nach einer Minute und zehn Sekunden.“ Um Lust und Leid gehe es in den ersten Minuten der Premieren-Sendung, nicht zuviel Lust natürlich, man sende ja für Menschen ab zwölf. Mit Leid kann eigentlich nur der erste Mord gemeint sein. Jauch lacht.

Fest steht, dass die TV-Gemeinde eine Menge Dortmund zu sehen bekommt im ersten Teil, mehr als üblich. 12 von 44 Drehtagen sind „Spesentage“, also vor Ort produziert. Zu sehen bekommt man „Dortmund auf einer Skala von minus 10 bis plus 10“, sagt Jauch und meint damit: „Wir sind keine Tourismuswerber.“ Natürlich zeige man auch die schönen Seiten der Stadt. Am Phönixsee zum Beispiel gehe beides: „Da gibt es die alten Strukturen ebenso wie die Neubauten. Wir zeigen beides.“

Ein paar Meter entfernt steht Jürgen Werner. Er ist der Mann, der das Drehbuch liefert: „Vier Kommissare gab es im Tatort noch nie. In jeder Szene wird mindestens ein Ermittler gezeigt.

Ordentlich Tempo

Da bleibt wenig Zeit für: Aus dem Auto steigen, klingeln und fragen: Wo waren Sie gestern?“ Straff gehe es zu, sagt der Stuttgarter, der aus seinem Fenster nur Weinberge sieht. Seine Frau kommt aus Dortmund, weshalb er gute Einblicke ins Ruhrgebiet hat: „Ich mag den Mix aus Grün und Industrie. Wenn ich so ein Stahlwerk sehe, fühle ich mich manchmal wie ein kleiner Junge.“ Spaß habe es gemacht, den Tatort zu schreiben und anstrengend sei es gewesen, ständig die Puppen, also die Schauspieler, tanzen zu lassen. Ordentlich Tempo sei drin in den Drehbüchern.

Jörg Hartmann, der seine Jugend in Herdecke verbracht und in Dortmund ganz früher mal Theater gespielt hat, macht unterdessen den Stadtführer für seine Kollegen, weist aus dem Busfenster auf Sehenswürdigkeiten hin: „Erstaunlich, wie schnell man sich wieder zurechtfindet“, meint der 43-Jährige, der lange in Berlin gelebt hat. Seine Figur soll nicht nur in Dortmund spielen, Hartmann will im Tatort auch beim Sprechen nicht verheimlichen, woher er kommt: „Hömma sagt sich doch leichter als: Hören Sie mal“, stellt er klar.

Verhältnis mit Kollegin

Irgendwann hält der Bus an der ehemaligen Kokerei Hansa. Dort wird ein Geheimnis gelüftet. Der WDR gibt den vierten Mann bekannt. Stefan Konarske spielt ihn, den Polizeioberkommissar und Schwerenöter Daniel Kossik. In Dortmund hat der 32-Jährige vorher gerade mal 36 unrühmliche Stunden verbracht. Als Zeitschriftenverkäufer. Erfolglos allerdings. Im Film hat er ein Verhältnis mit seiner Kollegin Nora Dalay (Aylin Tezel). Vielleicht ein Hinweis auf die „Lust“ im ersten Teil? 
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