Bundesversammlung: Tochter von Neonazi-Opfer wählt Bundespräsidenten

DORTMUND Gamze Kubasik, Tochter des Dortmunder Opfers der Zwickauer Terrorzelle, wird am 18. März in Berlin den neuen Bundespräsidenten mitwählen. Das bestätigte Kubasik unserer Redaktion. Auf die Idee kam ein sehr prominenter Grünen-Politiker.

  • Gamze Kubasik in der Talkshow bei Günther Jauch.

    Gamze Kubasik in der Talkshow bei Günther Jauch. Foto: Philipp Ostrop

Die Teilnahme Kubasiks an der Wahl geht zurück auf eine Initiative der NRW-Grünen. Am vergangenen Montag schellte bei Gamze Kubasik das Telefon. Nach Bekanntwerden der Mordserie der Zwickauer Terrorzelle klingelt bei Kubasik häufig das Telefon, viele wollen wissen, wie es ist, die Tochter des 2006 ermordeten türkischstämmigen Kioskbetreibers zu sein.

Özdemir fragte Kubasik
 
Am Montag allerdings war es Cem Özdemir von den Grünen, der eine Frage hatte. Ob sie an der Wahl des Bundespräsidenten teilnehmen wolle, wollte der Mann aus dem Bundesvorstand der Grünen wissen. Wenn dem so sei, würde man sie vorschlagen.
    
Gamze Kubasik zögerte nicht, natürlich habe sie an dieser Wahl Interesse, natürlich würde sie sich als Wahlfrau für die Grünen aufstellen lassen.

Schweigeminute am Donnerstag
 
Am Dienstagabend dann klingelte in der Nordstadt erneut das Telefon, sie sei dabei und würde also am 18. März in Berlin den Bundespräsidenten wählen. Wenn sie dann wählen wolle, will Kubasik nicht so direkt sagen. „Aber“, sagt sie dann, „es gibt ja nur einen vernünftigen Vorschlag. Und den werde ich wählen.“
 
Während Kubasik das erzählt, sitzt sie im Zug – sie ist auf dem Weg nach Berlin, am Donnerstag findet dort  die zentrale Gedenkveranstaltung für die zehn Opfer der Neonazi-Zelle statt.  Die Veranstaltung mit rund 1200 Gästen findet im Beisein von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsidenten-Kandidat Joachim Gauck im Konzerthaus statt. Um 12 Uhr kommt es zu einer bundesweiten Schweigeminute - auch die Stadt Dortmund wird sich beteiligen.

Eigentlich hätte bei der Feier in Berlin Christian Wulff sprechen sollen – er wird von Merkel vertreten.
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