In der eigenen Wohnung: Schimmelbefall: Bewohnerin wehrt sich

HALTERN Lange schon hat Gudrun Deitermann mit Problemen in ihrer Wohnung zu kämpfen: Wasser dringt ein, der Schimmel breitet sich aus. Lange jedoch fühlte sich die Mutter eines behinderten Kinders vom Vermieter nur vertröstet. Jetzt hat Gudrun Deitermann Hilfe bei einer Anwältin gesucht.

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  • Schwarzer Schimmel auch über einem Wohnzimmerfenster.

    Schwarzer Schimmel auch über einem Wohnzimmerfenster. Foto: Angela Wiese

  • Schwarzer Schimmel an den Wänden des Kinderzimmers.

    Schwarzer Schimmel an den Wänden des Kinderzimmers. Foto: Angela Wiese

  • Schwarzer Schimmel an den Wänden des Kinderzimmers.

    Schwarzer Schimmel an den Wänden des Kinderzimmers. Foto: Angela Wiese

Monate hat Gudrun Deitermann gewartet, gehofft, das Problem im Guten lösen zu können. Nun ist sie am Ende mit ihren Kräften, sagt die 55-Jährige. Der schwarze Schimmel in ihrer Wohnung breitet sich weiter aus. Grund sind offenbar Arbeiten am Dach des Hauses an der Rekumer Straße.

Mit ihrem schwer behinderten Sohn Benjamin sucht sie nun eine neue Wohnung. Und will sich gegen die Zustände wehren.

Schimmelflecken wachsen
 
Vor einigen Tagen war es wieder so weit. Es regnet, gießt regelrecht. Nicht zum ersten Mal sieht Gudrun Deitermann, wie das Wasser an den Wänden von Benjamins Kinderzimmer herunter fließt. Die Feuchtigkeit hat deutliche Spuren auf den orangenen Wänden hinterlassen. Schwarze Schimmelflecken wachsen hier über den Bildern von Spongebob, der Zeichentrickfigur, die Benjamin so mag.

Seit Ende März wächst der Schimmel, erzählt Deitermann. Der 24-jährige Benjamin ist geistig behindert und Halbautist, erklärt seine Mutter. Es fällt ihm nicht leicht, sich an eine neue Situation zu gewöhnen. Doch in diesem Zimmer konnte er nicht bleiben. Er musste ins Schlafzimmer der Mutter umziehen. Auch über den Fenstern im Wohnzimmer beginnt es zu schimmeln.
 
Seit sieben Jahren wohnen Gudrun und ihr 24-jähriger Sohn in der Wohnung. Mit einem Vermieterwechsel gegen Ende des vergangenen Jahres gingen die Bauarbeiten los. „Damals wusste ich noch nicht, was auf mich zukommt“, erinnert sich Deitermann.

Nachdem die Nässe anfing, ins Kinderzimmer zu dringen und der Schimmel entstand, habe sie ihren neuen Vermieter immer wieder auf das Problem aufmerksam gemacht. Doch der habe sie nur vertröstet, findet Deitermann. Zum Anwalt wollte sie eigentlich nicht gehen, tat es nun aber doch. Die Wirkung kam prompt.
 
Die 55-Jährige Gudrun Deitermann hat sich im Laufe der Zeit wegen des Schimmels an verschiedene Stellen gewandt. So an einen Allergologen, der schriftlich dringend eine Sanierung empfiehlt, um die Entstehung von Asthma bei Sohn Benjamin zu verhindern.

Vermieter: Wetter schuld
 
Auf Anfrage unserer Zeitung rechtfertigt der Vermieter die Entwicklung in der Wohnung mit dem Wetter. Bis Mitte Juni habe es fast ständig geregnet. Die Bauarbeiten aber könnten nur weitergehen, wenn das Wetter es zulasse. Den Schimmel habe er sich selbst schon angeschaut.

Eine Sanierung sei aber erst möglich, wenn das Dach fertig ist. Er spreche regelmäßig mit seiner Mieterin über das Problem. Gudrun Deitermann aber wartet nun schon fünf Monate. Jetzt hat sie Anwältin Christin Riemann eingeschaltet.

Plötzlich eine Reaktion vom Vermieter: Noch am Montag soll sich ein Sachverständiger die Wohnung anschauen. Er soll einschätzen, was zu tun ist. Sollte das Ergebnis zeigen, dass die Wohnung erstmal unbewohnbar ist, müsse sich der Vermieter um eine alternative Unterkunft auf seine Kosten kümmern, so Riemann.
 
„So schön es hier ist, ich habe das Vertrauen verloren“, sagt Deitermann und sucht eine neue Wohnung. Einfach ist das nicht, denn sie sucht eine zentral gelegene Bleibe mit Garten, die zu ihrem Sohn passt. Wichtig sei jetzt aber erst mal, dass überhaupt etwas passiert. 
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