Party-Marke Weltuntergang: Lüner Wirt soll 1860 Euro zahlen

LÜNEN Der Weltuntergang fand nicht statt, doch ein böses Erwachen gab es für zahlreiche Wirte in Deutschland trotzdem. Unter ihnen auch Bob Michaels vom "Greif", der ebenfalls am 21. Dezember zur Maya-Party eingeladen hatte.

  • Auf diese Form von Bekanntheit hätte er gern verzichtet: Greif-Wirt Bob Michaels soll 1860 Euro Strafe für die Weltuntergangs-Party zahlen.

    Auf diese Form von Bekanntheit hätte er gern verzichtet: Greif-Wirt Bob Michaels soll 1860 Euro Strafe für die Weltuntergangs-Party zahlen. Foto: Benjamin Konientzny

Michaels bekam Post einer Anwaltskanzlei im bayrischen Hof. Der Vorwurf: Michaels habe Markenrecht verletzt, denn der Name „Weltuntergang“ ist seit dem 22. März 2012 markenrechtlich beim Patent- und Markenamt geschützt.

Nun seien 1000 Euro Schadensersatz fällig plus rund 860 Euro Anwaltskosten. Eine unseriöse Abzocke? Nicht auf den ersten Blick: Dem Brief war eine Kopie der Markenurkunde des Patentamtes beigefügt. Auf dem Briefkopf der Hofer Kanzlei findet sich lokale Polit-Prominenz: Der Oberbürgermeister der Stadt Hof ist dort etwa als Rechtsanwalt aufgeführt.
 
Keine Stellungnahme

Tatsächlich hat sich ein Hofer Gastronom, Philip-Nicolas Blank, den Namen gesichert und da hunderte, wenn nicht tausende Wirte im ganzen Land seinen geschützten Namen gewissermaßen missbraucht haben, hagelt es jetzt Schadensersatzforderungen. Aber es sei doch durchaus fraglich, sagt Bob Michaels, welcher Schaden für seinen Hofer „Kollegen“ überhaupt entstanden ist. „Glaubt der denn wirklich, dass irgendjemand aus Hof nach Lünen gekommen ist, um hier den Weltuntergang zu feiern, weil ich seinen Namen geklaut habe?“
    

 
Nachfrage bei der Kanzlei in Hof. „Nein, dazu darf ich ihnen aufgrund bestehender Mandatsverhältnisse keine Auskunft geben“, heißt es dort. Und auch Philip-Nicolas Blank ist zu keiner Stellungnahme zu erreichen.
 
Medienansturm

Hendrik Peters, Anwalt aus Dortmund, vertritt Michaels in der Sache und macht seinem Mandanten Hoffnung: „Ich glaube nicht, dass er zahlen muss.“ Die Beschuldigten, nicht nur Michaels aus Lünen, sondern Wirte in ganz Deutschland, könnten sich sogar die entstandenen Kosten erstatten lassen, falls die Forderung des Hofer Gastronoms vor Gericht nicht stand hält. Und davon geht er aus.
 
Wirt Michaels findet es außerdem fragwürdig, warum Blank sich den Namen im März sichern lässt und Post verschickt, nachdem die Parties gelaufen sind. „Wir haben die Veranstaltungen doch lange vorher angekündigt, da hätte man ja auch vorher etwas sagen können. Unter Kollegen macht man sowas eigentlich nicht.“
 
Schmähbotschaften

Ob der Hofer Wirt Blank darüber nachgedacht hat, was er ins Rollen bringt, ist fraglich. Inzwischen berichten dutzende Zeitungen und das Fernsehen über den Fall. Nach dem Besuch der Ruhr Nachrichten erwartet Michaels im Greif noch zwei Privatsender. Auf der Facebook-Seite von Blanks Hofer Gastronomie hagelt es Beleidigungen und Schmähbotschaften.
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

?

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar.)
Benutzername
Passwort
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschließen.
Um sich registrieren zu können, müssen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort und Ihre E-Mail-Adresse mitteilen.

gewünschter Benutzername

gewünschtes Passwort

Wiederholung Passwort

E-Mail

Abonummer

Ich bin damit einverstanden, künftig über Neuigkeiten informiert zu werden

Ich habe die AGB gelesen und stimme diesen zu.

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und stimme dieser zu.

Sicherheitsfrage
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wie viel ist 12 + 6?