DORTMUND Elf Konzerte hat Esa-Pekka Salonen seit dem 15. September 2010 im Konzerthaus Dortmund dirigiert. Mit seinem zwölften Auftritt endet am Freitag (24.5.) die dreijährige Residenz des 54-jährigen, finnischen Stardirigenten. Ein Rückblick auf einen stillen, aber großartigen Künstler. mehr...
DÜSSELDORF In wirtschaftlich schwierigen Zeiten, werden gerne Stücke von Ödön von Horváth ins Repertoire aufgenommen: Im Düsseldorfer Schauspielhaus feierte "Kasimir und Karoline" Premiere. Obwohl die Relevanz des Textes, in den Jahren einer anderen Wirtschaftskrise geschrieben und 1932 uraufgeführt, unschwer zu erkennen ist, gibt's eine drastische Aktualisierung. mehr...
RECKLINGHAUSEN Sebastian Hartmann hat Hans Falladas Roman "Der Trinker" für die Bühne adaptiert: Entstanden ist natürlich kein sentimentales Rührstück, sondern ein bildermächtiger Kunst-Rausch. Die Kooperation vom Centraltheater Leipzig und dem Maxim Gorki Theater Berlin läuft seit Pfingstsonntag bei den Ruhrfestspielen und das Publikum feierte die Recklinghäuser Premiere mit stürmischem Applaus. mehr...
MÜLHEIM Selbstoptimierer und -verweigerer treffen in Moritz Rinkes Beziehungskomödie "Wir lieben und wissen nichts" aufeinander und scheitern alle an ihren Liebes- und Arbeitskonzepten. Das konventionell-gebaute Vier-Personen-Stück haben bereits sieben Theaterhäuser auf die Bühne gebracht. Bei den Ruhrfestpielen ist ab Sonntag (26.5.) die Uraufführungsinszenierung aus Frankfurt zu sehen. mehr...
RECKLINGHAUSEN Die Bühne sieht nach Tonstudio aus. Hinten sechs Kabinen, Mikrofone baumeln von der Decke. Klavier, Stühle, Kopfhörer, Wände voller Zettel. Man könnte „Sprachlabor“ dazu sagen, denn Laura de Wecks „Archiv des Unvollständigen“ (Sonntag bei den Ruhrfestspielen uraufgeführt) kreist um die Kommunikation. mehr...
MÜNSTER Sie funkelt in ihrem hochgeschlitzten Glitzer-Abendkleid wie tausend Diamanten, wirkt schrecklich entblößt im hautfarbenen Hemdchen, steht am Ende blutbesudelt da: Salome macht in der Inszenierung von Georg Köhl eine rasante Metamorphose durch. Und Annette Seiltgen spielt und singt diese strapaziöse Mörderpartie so berauschend, authentisch und aufwühlend, dass sie zu Tränen rührt. In die „Salome“ des Theaters Münster muss man Taschentücher mitnehmen. mehr...
ESSEN John Neumeiers Hamburg Ballett begeisterte am Freitag in der Essener Philharmonie mit kleineren Arbeiten des Meisterchoreografen: drei in den 1970er-Jahren entstandenen Balletten und einer Uraufführung. mehr...
MARL Akrobatik, die mit der Zunge schnalzen lässt. Momente, in denen das Herz aufgeht. Schelmisches, das zum Kichern reizt. Unterlegt mit Elektroklang und mit zärtlichen Balladen. Videos von Industrie-Katakomben aus einer Zukunft ohne Menschen, surreal und leicht beklemmend. mehr...
Mülheim Kindsmissbrauch aus der Täterperspektive: "Du hast gewackelt. Requiem für ein liebes Kind" von Franz Xaver Kroetz erlebte seine späte Uraufführung durch Regisseurin Anne Lenk 2012, am Wochenende war die Inszenierung vom Residenztheater bei den Mülheimer Theatertagen "Stücke" zu sehen. mehr...
BOCHUM Monologe ansprechend auf die Bühne zu stellen, ist keine leichte Übung. Monika Gies ist es in ihrer ersten Regie-Arbeit am Schauspielhaus Bochum gelungen. Die "Kurzen Interviews mit fiesen Männern" von David Foster Wallace geraten im kleinen Theater Unten zu intimen Bekenntnissen, denen der Zuschauer atemlos folgt. mehr...
MÜLHEIM Die gestressten Selbstoptimierer schlafen nicht mehr, ruhen nur im Stand-by-Modus - wie ihr Kommunikationsequipment. Ihnen bleibt keine Zeit, Sätze zu vollenden: Ein furioses Sprachfeuerwerk entzündet Felicia Zeller in "X-Freunde", das am Donnerstag vom Schauspiel Frankfurt im Theater an der Ruhr bei den Mülheimer Theatertagen "Stücke" gefeiert wurde. mehr...
RECKLINGHAUSEN Heike M. Götzes Adaption für das Bochumer Schauspiel war am Mittwoch als Koproduktion mit den Ruhrfestspielen zu sehen. Das Stück steht in geistiger Linie zum Stummfilm „Mutter Krausens Fahrt ins Glück“ (1929) und zu Fassbinders „Mutter Küsters Fahrt zum Himmel“ (1975): Vom Elends-Drama des „Proletarierfilms“ ist nicht viel geblieben, umso mehr von Fassbinders Thema, dass in einer kalten, egoistischen Welt die Gutherzigen ein hartes Brot essen. mehr...
RECKLINGHAUSEN Ihr Kind sollte nicht leben, nicht ihre Martern durchmachen müssen. Am Ende wenden sich alle von der Kindsmörderin ab. Wie es zu dieser schrecklichen Tat kam, zeigte Ruhrfestspiel-Intendant Frank Hoffmann in seiner Inszenierung von Gerhart Hauptmanns Schauspiel "Rose Bernd". mehr...
RECKLINGHAUSEN Fräulein Pollinger ist eine typische Frauenfigur von Ödön von Horváth - schlicht gestrickt wird sie zum Opfer der Männerwelt in der Wirtschaftskrise. Und dieses Mädchen taucht mit unterschiedlichen Vornamen (Agnes und Anna) in seinen Prosatexten "36 Stunden" und "Der ewige Spießer" auf. In ein "Ein Fräulein wird verkauft" bringt Regisseurin Dania Hohmann die beiden Frauen auf die Bühne. mehr...
OBERHAUSEN Der Spielplan für die Saison 2013/14, den das Theater Oberhausen gestern vorgestellt hat betont, dass dies ein produzierendes Theater ist – und zwar vor allem von Uraufführungen. mehr...
MÜLHEIM. Nis-Momme Stockmanns Debüt hieß "Der Mann, der die Welt aß". Jetzt scheint Stockmann selber die Welt gegessen zu haben, und sie liegt dem Autor so schwer im Magen, dass er sich über fünf Theaterstunden auskotzen muss. Mit Stockmanns "Tod und Wiederauferstehung meiner Eltern in mir" (in der Hannoveraner Inszenierung von Lars-Ole Walburg) war Sonntag das zweite der Mülheimer "Stücke" zu sehen: Klagegesang, Zustandsbeschreibung, General-Abrechnung. Alles muss raus! mehr...
RECKLINGHAUSEN Das Stück ist eine 100-minütige Endlosschleife aus immer gleichen Fragen. Zu Recht feierte das Publikum der Ruhrfestspiele aber die großen Schauspielerinnen Cornelia Froboess und Sibylle Canonica. mehr...
RECKLINGHAUSEN In Georg Kaisers Doppelstück "Gas!" von 1918/1920 ist es der Treibstoff, der Industrie und Zivilisation in Gang hält. Bis im Zentralwerk eine Katastrophe passiert: "Früher wölbten sich hier Hallen. In Minutenschnelle alles zu Staubhaufen gepulvert!" mehr...
MARL Als „Bella Block“ greift sie gerne mal zu einem Gläschen Wein. Im Theaterstück „Ihre Version des Spiels“ muss Hannelore Hoger als Schriftstellerin Nathalie ein Glas Sangria nach dem anderen schlürfen – und wir Zuschauer dürfen uns derweil amüsieren. mehr...
HAGEN Die Dreigroschenoper, ein Dauerbrenner auf deutschen Bühnen nach dem Zweiten Weltkrieg, blieb in Hagen über 80 Jahre lang unbeachtet. Nun hat es Regisseur Thomas Weber-Schallauer auf die Bühne gebracht. mehr...
DÜSSELDORF. Die drastische Inszenierung von Richard Wagners "Tannhäuser" als Nazi-Verbrecher mit der Darstellung des Mordens in Gaskammern hat bei der Premiere in der Düsseldorfer Rheinoper heftige Reaktionen ausgelöst. Nach nur 30 Minuten gellten am Samstag empörte Buhrufe aus dem Publikum. Verärgerte Zuschauer verließen ihre Plätze, einige knallten die Türen. mehr...