RECKLINGHAUSEN Kann eine Inszenierung eine Legende sein? "Onkel Wanja" kann. 2008 die "Inszenierung des Jahres", die beiden Hauptdarsteller Jens Harzer und Ulrich Matthes teilten sich für ihre Rollen den Titel "Schauspieler des Jahres", der Regisseur Jürgen Gosch erhielt wenig später den Welttheaterpreis. Kann ein solcher Abend vier Jahre nach der Premiere noch halten, was er verspricht? "Onkel Wanja" kann. mehr...
RECKLINGHAUSEN Marianna Salmanns "Muttermale Fenster Blau" kam bei den Ruhrfestspielen zur Uraufführung.Carina Riedl inszenierte mit starken Darstellern einen quälenden Blick in menschliche Abgründe - mit einem großen Geheimnis. mehr...
SCHWETZINGEN/DORTMUND Legenden umranken die Oper "Rosamunde" von Albert Schweitzer. Gut 230 Jahre nach der Uraufführung feierte sie bei den Schwetzinger Festspielen am Sonntag ihre Wiederauferstehung. - In der Inszenierung des Dortmunder Opernintendanten Jens-Daniel Herzog, mit Beteiligung von Sängern des Theater Dortmund. mehr...
MÜLHEIM Der kleinsten Zelle der Gesellschaft, der Familie, widmet sich "Stücke"-Novizin Anne Lepper in ihrem zweiten Theaterstück auf kunstvoll verzerrte Weise: "Käthe Hermann" war in der Inszenierung des Theater Bielefelds am Sonntag zweimal bei den Mülheimer Theatertagen zu sehen. mehr...
RECKLINGHAUSEN "Es gibt kein Ende" heißt der absurde Szenen-Reigen der ukrainischen Dramatikerin Anna Jablonskaja, die 2011 mit 29 Jahren bei einem Terroranschlag auf den Moskauer Flughafen ums Leben kam. Die deutschsprachige Erstaufführung vom Tübinger Zimmertheater ging als Koproduktion mit den Ruhrfestspielen vor fast leeren Reihen im Kleinen Theater in Recklinghausen über die Bühne. mehr...
GELSENKIRCHEN Es gibt Opern, die eine so große Bildkraft besitzen, dass sie der Darstellung auf einer Bühne nicht bedürfen - so eine Oper ist "Salome" von Richard Strauss. Die konzertante Aufführung am Sonntag im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen beweist dies in überwältigender Weise. mehr...
DORTMUND Ein Diener fährt Motorrad, der König ein pinkfarbenes Cabriolet. Der Motor heult, Reifen quietschen - Szenenapplaus für die königliche Fahrkunst. Möglich wird der Einsatz von Fahrzeugen, weil "Leonce und Lena" in der großen Dortmunder Phoenixhalle spielt. mehr...
RECKLINGHAUSEN. In Schuberts Liedzyklus "Die Winterreise" geht ein Wanderer in den Tod. Schauspielerin Katja Riemann erzählt in ihrem Abend "Winter. Ein Roadmovie" mit Gitarrist Arne Jansen aber nicht die Geschichte des Müllers, sondern die von Heinrich Heines Deutschlandreise. Und die endet zwar wie Schuberts Zyklus mit dem Lied des Leiermanns, aber nicht mit dem Tod. Premiere feierte der dichte, filmische Abend am Samstag bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen. mehr...
MÜLHEIM. "Ihr naht Euch wieder, schwankende Gestalten", hat Goethe einst im "Faust" gedichtet. Auch dem Autor Peter Handke rücken solche Gestalten, salopp gesagt, auf die Pelle: Seine Vorfahren erscheinen in seinen Träumen, sie geistern durch seine Literatur und schließlich hat er 2011 das Stück "Immer noch Sturm" geschrieben, in dem sie allesamt leibhaftig auf die Bühne treten. mehr...
MARL. Annäherung an Tschechow in poetischen Bildern. Traumreise zu Motiven seiner Werke und Stationen seines Lebens. Artistik, Clowneskes, zauberhafte, surreale Tableaus. Das ist "Donka - A Letter To Chekov" von Daniele Finzi Pasca bei den Ruhrfestspielen. mehr...
RECKLINGHAUSEN. Nicht nur der Mond von Wanne-Eickel leuchtet. Eine ganze Mondparade hat Bühnenbildnerin Kathrin Brack über die Szene gehängt. Oder sind es Lampions für ein Fest? Auf jeden Fall bieten die Kugeln einen zauberhaften Anblick im "Kirschgarten", mit dem das Thalia Theater Hamburg bei den Ruhrfestspielen gastierte. mehr...
KÖLN Die bisherigen Kölner Arbeiten der englischen Theatermacherin Katie Mitchell waren immer so etwas wie theatralische Making-ofs. Man konnte miterleben, wie die Filme entstanden, die live auf einer Leinwand über der Bühne zu sehen waren. Für die Bearbeitung von W.G. Sebalds "Die Ringe des Saturn" ist Katie Mitchell nun vom Schauspielhaus in die Halle Kalk umgezogen und hat ihre Vorgehensweise modifiziert. mehr...
BOCHUM Von Migration und Integration, von der Festung Europa und westlicher Überheblichkeit handeln die Episoden in "Sweet Home Europa". Dabei lässt Autor Davide Carnevali alles in der Schwebe - Personen, Orte und Zeiten verschwimmen ebenso wie persönliche Schicksale und Weltpolitik. Die Uraufführung hat Jasna Miletic, Regieassistentin am Schauspielhaus Bochum, als stimmiges Kammerspiel im Theater Unten eingerichtet. Bei der Premiere wurden das Regie-Team, das Mimen-Trio und der Dramatiker mit Applaus überschüttet. mehr...
MÜNSTER Sollen Frauen ihren Männern treu sein? Kammermädchen Despina hat eine andere Meinung: „Wenn ihr einen liebt, könnt ihr auch einen anderen lieben“, sagt sie ihren jungen Herrinnen. „Es sind eh alles Schweine.“ mehr...
ESSEN Das Figurentheaterfestival Fidena ist in Essen angekommen. Nach dem gefeierten Auftakt in der Lichtburg hat es am Freitag und Sonntag auch Schloss Borbeck bespielt. Mit einem surrealen Raum aus Bildern und Texten nach Motiven Giacomettis im Residenzsaal und einer Zeitreise im Schlosspark. mehr...
RECKLINGHAUSEN Die Erfolgskriterien in der Leistungsgesellschaft hinterfragt der renommierte britische Autor Dennis Kelly in "Die Opferung von Gorge Mastromas". Die Uraufführung, eine Koproduktion der Ruhrfestspiele mit dem Schauspiel Frankfurt, feierte das Publikum am Samstag in Recklinghausen mit begeistertem Applaus. mehr...
RECKLINGHAUSEN Man war gewarnt. Im letzten Jahr bot das Centraltheater Leipzig mit "Paris Texas" eine grottenschlechte Vorstellung bei den Ruhrfestspielen. Was Sebastian Hartmann nun aus "Krieg und Frieden" collagiert hat, grenzt an Publikumsfolter. mehr...
RECKLINGHAUSEN Als Tschechow "Das schwedische Zündholz" schrieb war er 23, Medizinstudent, literarisch erst am Anfang. Aus dieser kleinen Posse wird bei den Ruhrfestspielen großes, pralles, urkomisches Volkstheater. mehr...
HAGEN Blutig ist sie, die neue Oper im Theater Hagen. Doch Mozarts "Don Giovanni" krankt unter der schwachen Regie von Intendant Norbert Hilchenbach. Daran ändert auch das gute Ensemble und die Kraft der Musik nichts. mehr...
MÜNSTER Zeit seines Lebens hat Fritz Hartnagel sich geweigert, den Briefwechsel mit seiner Verlobten zu veröffentlichen – der Widerstandskämpferin Sophie Scholl. Erst nach seinem Tod 2001 erschienen 350 private Briefe in dem Buch „Damit wir uns nicht verlieren“. Till M. Mendler nahm sie als Inspiration und schrieb ein Musical über die Liebesgeschichte, das seit Samstag von der Musicalwerkstatt Münster in der Waldorfschule aufgeführt wird – mit Erfolg. mehr...
MÜNSTER Er kann auch anders. Intendant Meinhard Zanger muss sich in seinem Borchert-Theater immer mit einer Mini-Bühne begnügen. Bei seinem Open-Air-Spektakel im alten Gasometer trumpft er mit Größe auf. Und stemmt Shakespeares „Sommernachtstraum“ ganz gelassen, ohne sich zu verheben. Ein Traum. mehr...