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Als Aushilfs-Innenverteidiger hat sich Julian Weigl zurück ins BVB-Team gekämpft. Gegen Leverkusen kehrte er auf seine angestammte Position zurück. Eine plötzliche Umstellung.

Dortmund

, 28.02.2019 / Lesedauer: 4 min

In einem Interview mit Eurosport hatte Julian Weigl in der vergangenen Woche ehrliche Worte über seinen inneren Zwiespalt im Winter geäußert. Er, der Shooting-Star aus dem Sommer 2016, aus der zweiten Liga zum BVB gekommen und sofort zum Stammspieler aufgestiegen, war plötzlich außen vor. Das hatte mehrere Gründe: In der Hierarchie nach unten durchgereicht in Folge mehrerer Verletzungen, verdrängt von Axel Witsel, dem Königstransfer des Sommers, und sportlich auf dem Abstellgleis geparkt von Trainer Lucien Favre, der auf der Suche nach einem Platz für Weigl im Dortmunder Team nicht fündig wurde.

Weigl kam nur auf drei Bundesliga-Einsätze bis kurz vor Weihnachten, nicht einer davon über die volle Distanz. „Unbefriedigend“ sei die Hinrunde verlaufen, gab Weigl unumwunden zu. Und es sei dann erst Recht schwer gewesen, dass die ihm in Aussicht gestellte Chance bei einem internationalen Topklub wie Paris St. Germain platzte, bevor aus dem losen Interesse echte Verhandlungen werden konnten. Weil der BVB im gemeinsamen Gespräch, das der defensive Mittelfeldspieler suchte, sofort signalisierte, ihn nicht gehen lassen zu wollen.

Weigl ergreift die Chance in der Viererkette

Den Blick zurück konnte Julian Weigl relativ entspannt angehen, denn zum Zeitpunkt des Interviews vor dem Spiel in Nürnberg hatte sich seine Situation in Dortmund gravierend geändert. Es begann im letzten Hinrundenspiel gegen Borussia Mönchengladbach. Dort hatte Weigl die Chance ergriffen, die sich ihm durch die Verletzungs-Misere in der Innenverteidigung bot.

Julian Weigl zurück auf seiner alten Position - ein kleiner Neustart unter Favre beim BVB

Manuel Akanji rückte gegen Leverkusen wieder in die Innenverteidigung. Julian Weigl erhielt aber im Mittelfeld den Vorzug vor Thomas Delaney. © imago

Er hatte sich ins Team zurückgekämpft. Und es war eigentlich folgerichtig, dass er auch in der Mannschaft verblieb, als Favre jetzt wieder auf Abwehrchef Manuel Akanji zurückgreifen konnte. Dennoch war es interessant zu erleben, wie sich Weigl erneut umstellen musste, wie er zunächst mit Anpassungsproblemen zu kämpfen hatte auf einer Position, die er über Jahre hinweg bekleidet hatte.

Favre lobt Weigl für Leistung im Mittelfeld

„Nicht einfach“ sei das für Weigl gewesen, erklärte auch sein Trainer nach dem Spiel, „als Innenverteidiger musst du weniger laufen, du hast das Spiel vor dir.“ Im Mittelfeld aber, meinte Lucien Favre, „da sind alle um dich herum und stürmen auf dich zu.“ Weigl habe das gut gelöst. Favre lobte die „wenigen Ballverluste“, auch sein Aufbau sei gut gewesen, „er hat wenige Fehler gemacht.“

Favre vertraute dem in Bad Aibling geborenen Bayer in einer Konstellation, die es im bisherigen Verlauf erst einmal in dieser Saison – und da mit sehr bescheidenem Erfolg – gegeben hatte: als Nebenmann von Axel Witsel. Nur im Heimspiel gegen die Bayern hatte der Schweizer Trainer auf das Duo Weigl/Witsel gesetzt. Die gleichlautende Idee dahinter auch im Spiel gegen Leverkusen: Zwei spielstarke Sechser nebeneinander, die sich spielerisch aus dem Leverkusener Pressing befreien können.

Beim Gegentor zum 2:3 war Weigl nicht ganz unschuldig

Was gegen die Bayern nicht funktionierte und zu Weigls Auswechslung schon in der Halbzeit führte, hatte am Sonntag deutlich mehr Erfolg – auch wenn die beiden besten Spieler der Werkself, Julian Brandt und Kai Havertz, Weigl und Witsel im Zentrum mächtig beschäftigten.

Beim Gegentor zum 2:3 war Weigl nicht ganz unschuldig, als er Jonathan Tah laufen ließ. Auch wenn er sicher nicht derjenige war, der Leverkusens Manndecker beim Freistoß von Brandt zugeordnet war.

Im Sommer werden die Karten neu gemischt

Momentan läuft also wieder alles ziemlich gut für Julian Weigl. Es gebe keinen Grund für Stunk, hat er gesagt, „es gab auch keinen Grund, „sich hier wegzustreiken“. Das Wechsel-Veto als Wertschätzung zu erkennen, fiel ihm nur anfangs schwer, „ich weiß ja auch, was ich an diesem Verein habe.“

Julian Weigl zurück auf seiner alten Position - ein kleiner Neustart unter Favre beim BVB

Julian Weigl war einer der Shootingstars unter Thomas Tuchel. Bei Lucien Favre hatte der 23-Jährige lange Zeit einen schweren Stand. © imago

Trotzdem könnten im Sommer die Karten neu gemischt werden. Ob sich dann die Tür nach Paris noch einmal öffnen könnte, ob Borussia Dortmund dann eine höhere Bereitschaft erkennen lassen könnte, ihn abzugeben – alles das steht in den Sternen. Im Fußball, hat Julian Weigl dann noch gesagt in diesem Interview, „kann viel passieren“.

Favre und Weigl haben einen gemeinsamen Nenner gefunden

Er selbst ist das beste Beispiel. Jetzt, wo Weigl und Favre einen gemeinsamen Nenner gefunden haben, wo er selbst auch erkannt hat, was sein Trainer von ihm gerne sehen will, da könnte es sogar passieren, dass er länger in Dortmund bleibt. „Weil wir hier schon viel gemeinsam erreicht haben“, sagt Weigl. „Und ich die Jungs einfach auch zu gern habe.“

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