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Die Verletzung von Lukasz Piszczek beförderte Marius Wolf auf eine für ihn eher ungewohnte Position. Der Platz hinten rechts in der Viererkette ist aber eine echte Chance für den gelernten Offensivspieler.

Dortmund

, 15.03.2019 / Lesedauer: 4 min

Mitte der Woche schaute Michael Zorc mal im Kraftraum vorbei. Der BVB-Sportdirektor traf Lukasz Piszczek, der fleißig fürs Comeback schuftete. „Er hatte zumindest seinen Spezialschuh schon mal aus“, erzählte Zorc im Gespräch mit dieser Redaktion. Vermutlich nächste Woche werde der BVB-Vizekapitän, den eine Fußverletzung seit über einem Monat ausbremst, wieder ins Training einsteigen, „aber ich wollte Piszczu auch nicht schon wieder mit der Frage nerven, wann er wieder dabei ist.“ Die anstehende Länderspielpause kommt für Piszczek jedenfalls gelegen, zwei Wochen Zeit, um sich für den Saisonendspurt in Form zu bringen.

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Es gibt also berechtigten Grund zur Hoffnung in der Personalie Piszczek, dass sich die unerwartet lange Leidenszeit nun dem Ende nähert. Das Spiel am Samstag bei der Hertha aus Berlin, dem Ex-Klub des Polen, kommt allerdings noch zu früh. Für Borussia Dortmund ist das eine schlechte Nachricht, es war eben nicht nur Reus, der im Februar fehlte, als der BVB sportlich ins Straucheln geriet. Es war auch Piszczek. Die Erfahrung, die Ruhe und die Routine des Platzhirsches auf der rechten Abwehrseite wurden schmerzlich vermisst.

Zumindest für Marius Wolf dagegen ist Piszczeks Ausfall nicht unbedingt eine schlechte Nachricht. Der Neuzugang von Eintracht Frankfurt, der vor der Saison für die festgeschriebene Ablösesumme von fünf Millionen Euro vom Pokalsieger nach Dortmund wechselte, ist nach einer ziemlich langen persönlichen Durststrecke mittlerweile wieder mittendrin im Geschehen. Zwischen dem 5. und dem 16. Spieltag hatte Wolf kein einziges Mal im Bundesliga-Kader des BVB gestanden, teils wegen Verletzungen, überwiegend allerdings aus sportlichen Gründen.

Die Tribüne - ein unnatürlicher Lebensraum für einen Wolf

Der gelernte Offensiv-Spieler zog auf den offensiven Außenbahnen im Konkurrenzkampf mit Jadon Sancho, Raphael Guerreiro, Christian Pulisic und Jacob Bruun Larsen den Kürzeren – und sah zu, wie der BVB durch die Hinrunde wirbelte. Wolf, der seine Beiträge in sozialen Netzwerken gerne mit den Worten „unleash the wolf“ garniert, also frei übersetzt mit der Aufforderung, den Wolf von der Leine zu lassen, fand die Tribüne als recht unnatürlichen Lebensraum für einen Wolf vor.

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. . . #MW27 #UNLEASHTHEWOLF @sixnine

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Doch der gebürtige Coburger ließ sich nicht hängen, verhielt sich professionell, trainierte anständig. „You can’t beat the person who never gives up“, hat Wolf vor ein paar Wochen gepostet. Wer nicht aufgibt, ist nicht zu besiegen. Das passt gerade ganz gut. Die Belohnung dafür, dass er nicht aufgegeben hat, erntete der 23-Jährige in den vergangenen Wochen auf ungewohnter Position.

Wolf drei Mal in Serie hinten rechts im Einsatz

Wolf durfte sich als Rechtsverteidiger versuchen, Lucien Favre hatte diese Idee bereits im Wintertrainingslager in Marbella offen zur Schau gestellt. Beim 0:0 gegen Nürnberg spielte Wolf über die volle Distanz, im Rückspiel gegen Tottenham (0:1) auch, beim 3:1 gegen den VfB Stuttgart wurde er erst kurz vor Schluss ausgewechselt.

„Ich versuche, der Mannschaft zu helfen und mich reinzuhauen.“
Marius Wolf

„Ich versuche, der Mannschaft zu helfen und mich reinzuhauen“, sagt Wolf. Wo der Trainer ihn aufstelle, sei eigentlich egal, Hauptsache, er stelle ihn auf. Gänzlich neu sei die Position für ihn nicht. „Ich habe diese Position in Frankfurt bereits gespielt, dort allerdings in der Fünferkette. Und hier in Dortmund trainiere ich jetzt auch schon länger auf dieser Position.“

Zorc und Favre loben Wolf für seine Leistungen

Wolf spielte hinten rechts, wenn auch nicht alles klappte, sehr engagiert. Dafür gibt es Lob von oberster Stelle. „Es ist natürlich eine Umstellung für ihn. Er hat in Frankfurt zwar schon mal rechts in der Fünferkette gespielt, aber in der Viererkette ist es natürlich noch einmal anders“, sagt Zorc. Wolf habe seine Sache „mehrheitlich gut gemacht, weil er ein sehr aktiver Spieler auf der Seite ist.“

Marius Wolf wittert seine Chance in der Viererkette des BVB

Auch von Trainer Lucien Favre gibt es ein positives Zeugnis für Wolfs Leistungen in der Viererkette. „Er hat das ziemlich gut gemacht“, sagt Favre, „er investiert viel auf dem Platz. Aber natürlich gibt es noch viel zu tun. Er ist erst 23.“ © imago

Die nächste Bewährungschance winkt am Samstag im Olympiastadion. „Wir werden das weiter versuchen“, meint Zorc. Ihm gefalle die Dynamik, die Wolf mitbringe. „Ich bin weit davon entfernt zu sagen, dass der Versuch mit Marius auf der Rechtsverteidiger-Position gescheitert ist.“ Vielleicht spielt der Wolf in Berlin ja wie entfesselt. Von der Leine gelassen wird er jedenfalls.

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