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57 junge Verseschmiede freuen sich über den Dorstener Jugend Lyrikpreis

hzJugend Lyrikpreis

Alle fünf Jahre lobt der Literarische Arbeitskreis den Dorstener Lyrikpreis aus. Bislang mit mäßiger Resonanz. Doch diesmal ist der Knoten geplatzt. Und das ist der Verdienst der Jugend.

Dorsten

, 11.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Aufgeregtes Tuscheln in der ersten Reihe: „Ist das der Herr Stockholm?“, flüstert eine Sechstklässlerin ihrer Nachbarin zu und liegt damit fast richtig; denn es ist kein Geringerer als Bürgermeister Tobias Stockhoff, der am Freitagabend der jungen Dichterriege im gut besetzten Forum der VHS mit persönlichem Handschlag zu ihrem Erfolg gratuliert.

Danke vom Bürgermeister

“Ich bin begeistert, welches Geschenk Ihr uns mit Euren Gedichten gemacht habt“, lobte Stockhoff die mehr als 50 Jugendlichen, die bei der Verleihung des Dorstener Jugend Lyrikpreises 2018 für ihre Dichtkunst ausgezeichnet wurden. Er habe alle Gedichte vorher lesen dürfen und sei erfreut über so viele Talente: „Eure Texte helfen uns in vielen Lebenslagen; sie machen Freude und manche trösten uns bei traurigen Anlässen“, fasst Stockhoff zusammen. Sein Dank richtete sich auch an das aufwendige Engagement des Literarischen Arbeitskreises Dorsten (LAD), der seit 2003 den Lyrikpreis in unserer Stadt im fünfjährigen Turnus ausschreibt und alle preisgekrönten Arbeiten als Dokumentation und Erinnerung in einer Anthologie herausgibt.

57 junge Verseschmiede freuen sich über den Dorstener Jugend Lyrikpreis

Werner Wenig und Sabine Eisenberg-Radomski überreichten die Preise. © Anke Klapsing-Reich

Der Wettbewerb 2018 hebt sich von den bisherigen in besonderer Weise ab: „Wir haben ihn zum ersten Mal nur für Kinder und Jugendliche ausgeschrieben, um dieser Altersgruppe einen Anreiz zu schaffen, sich mit der Literaturform der Lyrik zu befassen, die vielfach als unmodern und uncool gilt“, erklärt Prof. Dr. Werner Wenig, 1. Vorsitzender des LAD. Die überwältigende Beteiligung - hauptsächlich aus Dorsten, aber auch aus Herten und Gelsenkirchen waren Teilnehmer mit dabei - ist der beste Beweis, dass die Hoffnung des LAD voll aufgegangen ist.

Unterschiedliche Altersgruppen

Die eingesandten Beiträge wurden von der Jury in Altersgruppen der 8- bis 12-Jährigen, der 13- bis 16-Jährigen und der 17- bis 20-Jährigen sortiert. „Manchmal fiel uns die Entscheidung so schwer, dass wir mehrere erste, zweite und dritte Preise - ja sogar vierte Preise - vergeben haben“, sagt Jury-Mitglied Sabine Eisenberg-Radomski. Natürlich servierte Werner Wenig bei der Preisverleihung auch einige Kostproben aus den Versschmieden. Einige Ausgezeichnete ließen es sich aber nicht nehmen, ihre Schöpfungen selber vorzulesen, wie Anna Plümpe (14) ihr Siegergedicht „Loslassen“.

57 junge Verseschmiede freuen sich über den Dorstener Jugend Lyrikpreis

Anna Plümpe - 1. Preisträgerin in der Gruppe der 13- bis 16-Jährigen - trug ihr Gedicht "Loslassen" vor. © Anke Klapsing-Reich

Sonderpreise gab es für die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6 a der Realschule St. Ursula, die als Single oder in kleinen Gruppen ihre Texte zum Thema Herbst gereimt hatten. Extra-Applaus für Deutschlehrerin Anika Bruns, die von der Bühne gar nicht mehr herunterkam: „Ich habe eigentlich nix gemacht, nur die Texte korrigiert“, reicht die stolze Pädagogin die Sieges-Lorbeeren ungeteilt an ihre Schüler weiter.

Sonderpreise an Schulen

Ein weiterer Sonderpreis ging an Schüler der 5. Klasse der Europa Schule Martin Luther in Herten. Dort ist der Wulfener Hermann Kuhl Rektor und einen besseren Botschafter für die Lyrik als den langjährigen Aktiven im LAD-Kreis kann es kaum geben. Fünf Jugendliche wurden in der Sondergruppe „Politisches Gedicht“ ausgezeichnet. Dabei wusste der Erstplatzierte Daniel Gruber (18) mit seinem elf Buchseiten umfassenden Gedicht über die unantastbare Würde des Menschen die Jury zu überzeugen. Der Sonderpreis Englisches Gedicht ging an Junis Bauer für seinen Beitrag „In the Forest“.

57 junge Verseschmiede freuen sich über den Dorstener Jugend Lyrikpreis

Für sein umfangreiches Gedicht über die unantastbare Menschenwürde erhielt Daniel Gruber (18)den ersten Preis in der Sondergruppe Politisches Gedicht. © Anke Klapsing-Reich

Zu Urkunde und Anthologie gab´s für die Preisträger auch noch einen kleinen finanziellen Zuschuss, der von 20 Euro bis 100 Euro (für die Erstplatzierten) variierte. Und dass in Dorsten nicht nur lyrische, sondern auch musikalische Talente wirken, bewies Johnna-Marie Liß: Die Vierzehnjährige, die kürzlich bei „Jugend musiziert“ den ersten Preis absahnte, gestaltete mit ihrem Violoncello und ihrem Klavierbegleiter, Musikschulleiter Wolfgang Endrös, das musikalische Rahmenprogramm.

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Johanna-Marie Liß (14), Preisträgerin beim Wettbewerb "Jugend musiziert", bereicherte die Veranstaltung mit ihrem Cello-Spiel. © Anke Klapsing-Reich

Die Preisträger
8 bis 12 Jahre: 1. Lena Marie Micheel und David Minor; 2. Linda Bergsmann; 3. Sophie Minor und Maximilian Hoppe 13 bis 16 Jahre: 1. Anna Plümpe und Jette Tewes; 2. Isabel Paasch und Edda Emilia Wasserbauer; 3. Michelle Guski und Franca Beckmann 17 bis 20 Jahre: 1. Michel Le; 2. Pauline Bartling; 3. Anja Greuel; 4. Nicole Herner, Philipp Hallbauer und Sophie Benning Sondergruppe Politisches Gedicht: 1. Daniel Gruber, 2. Leandra Kuchenbäcker; 3. Max Venghaus; 4. Sabeth Maria Dugdale und Ann-Catherine Timpert Sonderpreis Englisches Gedicht
1. Junis Bauer Sonderpreis für Schülerinnen und Schüler der Klasse 6a der Realschule St.Ursula Sonderpreis für Schülerinnen und Schüler der 5. Klasse der Europa Schule Martin Luther in Herten
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