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Der Bürgerpark Maria Lindenhof in Dorsten blüht mit vielen neuen Ideen auf

hzBürgerpark

Ein Park-Bürgermeister, ein Trägerverein, ein Sommer-Kulturprogramm und viele weitere Ideen: Die Neubelebung des Bürgerparks Maria Lindenhof setzt sich fort. Wir verraten die ersten Pläne.

Dorsten

, 12.02.2019 / Lesedauer: 5 min

Für Hans Kratz war der Freizeitpark Maria Lindenhof immer eine besondere Adresse, „auch wenn das Gelände in den letzten 10, 15 Jahren zumeist im Verborgenen lag“ und sich blickdicht den am Kanaldamm vorbeiziehenden Radfahren und Fußgängern verschloss. „Vor allem der Platz vor der ehemaligen Jugendverkehrsschule hat eigentlich eine Menge zu bieten“, sagt er. „Aber auch das Amphitheater mit seinem Plateau direkt am Kanal ist ein toller Ort in der Stadt.“

Hans Kratz, Ex-Schulleiter der Gesamtschule Wulfen, will es nun mit möglichst vielen Mitstreitern anpacken, dass aus dem so lange brachliegenden und erst im Vorjahr neu entdeckten Grünareal wieder eine „Oase für Dorsten“ wird, wie er ankündigt. „Frische Luft, Natur, in der Nähe das Wasser, so etwas brauchen die Menschen“ betont er. Dazu Kunst und Kultur, Freizeit und Sport. „Dieser Park soll ein Resonanzboden für nachhaltige Aktivitäten werden“, gibt er als Marschroute aus.

Begriff ist einzigartig

Kratz hatte im September anlässlich der Bürgerpark-Zukunftswerkstatt seine Bereitschaft erklärt, einen Trägerverein für die Neubelebung des lange vergessenen Parks gründen zu wollen. Damals hatte Marion Taube, vorher ein Jahr lang tätige Kuratorin und Vordenkerin des erfolgreichen künstlerischen Stadtkrone-Prozesses zur Wiederentdeckung des Areals, den Staffelstab an die Bürger übergeben.

Heute, fast ein halbes Jahr später, kann Hans Kratz schon auf einige erfolgreiche Zwischenschritte auf dem Weg zum neuen „Bürgerpark“ zurückblicken. Ende Februar soll er zum offiziellen „Park-Bürgermeister“ und „Ehrenbeamter“ im Dienst der Stadtverwaltung ernannt, als Bindeglied zwischen Bürgern, Parknutzern und Verwaltung tätig werden. „Park-Bürgermeister - dieser Begriff ist absolut einzigartig“, betont Bürgermeister Tobias Stockhoff. „Wer bei Google danach sucht, der findet nichts.“

Trägerverein gründet sich

Welchen Namen sich die Träger-Initiative für die künftige Gestaltung des Freizeitgeländes geben wird, steht noch nicht fest. Klar ist aber, dass sich ein offizieller Verein gründen wird, der den Park mit Ideen füllen will. „Gut 20 Leute wollen mitmachen, das ist ein erfreuliches Ergebnis“, gab Hans Kratz kürzlich beim ersten Akteurstreffen im Stadtteilbüro „Wir machen Mitte“ bekannt. „Ich mache das aber nur, wenn die Stadt den Verein unterstützt und viele Leute ihre Ideen einbringen“, betonte er bei dieser Gelegenheit.

Beide Bedingungen sind, so scheint es, erfüllt. Städtisches Planungsamt, Stadtteilbüro und Stadtagentur sicherten bereits ihre Unterstützung zu. Und auch bei Park-Nachbarn und -Sympathisanten wie Musikschule, Gymnasium Petrinum, Altenheim, THW und LWL-Wohnhaus hat Kratz erste Kooperationsmöglichkeiten abgeklopft.

Der Bürgerpark Maria Lindenhof in Dorsten blüht mit vielen neuen Ideen auf

Trägerverein-Initiator Hans Kratz konnte beim ersten Akteurstreffen in der vergangenen Woche bereits einige Mitstreiter begrüßen. © Michael Klein

Und beim Akteurstreffen, zu dem sichvor wenigen Tagen rund 40 Gäste unterschiedlicher Generationen einfanden, gab es weitere Vorschläge: „Behindertengerechte Wege und Angebote für Senioren“ wünschte sich Hugo Bechter vom Seniorenbeirat, „Spaß- und Spielangebote“ war aus der Ecke des Vertreters des Jugendgremiums zu hören. Eine „Grillstation“ wurde ebenso gewünscht wie ein „Platz zum Chillen“, eine Wildkräuterwiese und ein Barfuß-Pfad.

Patenschaften angregt

Hans Kratz regte an, Mitstreiter zu finden, die für unterschiedliche Bereiche Patenschaften übernehmen. Die Dorstener Arbeit etwa könnte in Sachen Sauberkeit zuständig sein. „Der Park würde vergammeln, wenn sich niemand darum kümmern würde.“ Deshalb müsse eine erste Aufgabe des neuen Vereins sein, „Parkregeln aufzustellen, an die sich die Besucher halten müssen“. Zudem müssten die Beschilderung und die Zuwegungen zu den Parkeingängen attraktiver werden. „Viele Dorstener wissen wahrscheinlich gar nicht so genau, wo sich der Park befindet“, sagt er.

Kunstskulptur heißt Stadtkrone

Mila Ellee vom Dorstener Planungsamt kündigt an, dass im Sommer die begehbare Groß-Skulptur der holländischen Künstlergruppe „Het Observatorium“ oben auf der östlichen Landspitze des Parks installiert werden soll. „Sie wird den Namen Stadtkrone erhalten“, also den Begriff, unter dem Marion Taube im vergangenen Jahr mit vielfältigen künstlerischen Aktionen das Gelände wieder wachküsste - und den die Leser der Dorstener Zeitung zum „Wort des Jahres 2018“ kürten.

Kultur-Programm im Sommer

Zwar sind bereits erste Sträucher im Park freigeschnitten worden, die bauliche Umgestaltung des Geländes nach den Plänen des Landschaftsarchitekten Dirk Vennemann werde aber erst im Herbst starten, so Mila Ellee. Das hat den Vorteil, dass das geplante Veranstaltungsprogramm von Mai bis August und die in diesen Monaten geöffnete Oude-Marie-Terrassenbar der Agentur „Schaukelbaum“ von Bau-Aktivitäten unberührt bleibt.

Die Schaukelbaum-Geschäftsführer Birger Schwalvenberg und Kevin Over gaben bei einem Pressetermin bekannt, dass ab Mai bis August jeden Freitag und Samstag bis 22 Uhr mit Förderung durch die Stadt im Amphitheater Veranstaltungen geplant seien. „Wir sind uns unserer kulturellen Verantwortung bewusst“, sagt Kevin Over.

Der Bürgerpark Maria Lindenhof in Dorsten blüht mit vielen neuen Ideen auf

Die erste Zeichnung der neuen Oude-Marie-Terrasse am Wesel-Datteln-Kanal. ©

Bereits im vergangenen Jahr hatte das Schaukelbaum-Team viele Dorstener unterschiedlichen Alters ins Amphitheater gelockt, in diesem Jahr soll es noch eine Nummer größer werden. Lesungen von Romanautoren, Improvisationstheater, Poetry-Slam, Sommer-Kino, Shakespeare im Park, dazu Konzerte mit internationalen und auch Dorstener Künstlern.

„Die Lärmgrenzwerte werden eingehalten“, verspricht Mila Ellee: „Und die Toilettenanlage an einen neuen Standort versetzt.“ Die Oude-Marie-Gastro-Terrasse am Kanal wird auf 100 Sitzplätze vergrößert, sie wird an Wochenenden geöffnet sein. „Und diesmal besser beleuchtet als im Vorjahr“, kündigt Birger Schwalvenberg an.

Spielplan im April

„Wir werden im April einen ausführlichen Spielplan vorstellen“, sagt Mila Ellee. Der künftige Park-Bürgermeister Hans Kratz fasst als offiziellen Eröffnungstermin den 11. Mai (Samstag) ins Auge, an dem Tag finden im Bürgerpark Aktionen anlässlich des landesweiten „Tags der Städtebauförderung“ statt. „Das könnten wir dann mit der Pflanzung der Stadtteil-Obstbäume verbinden“, schlägt Hans Kratz vor. Die im vergangenen Sommer anlässlich des „Sternlaufs der Stadtteile“ für den Park gespendeten Bäume sollen auf dem ehemaligen Spielplatz-Rondell neben dem LWL-Wohnheim gesetzt werden - dort, wo sich im Vorjahr der von den Künstlern Benjamin Bronni und Steffi Strauß gestaltete „Essbare Garten“ befand.

Der Bürgerpark Maria Lindenhof in Dorsten blüht mit vielen neuen Ideen auf

Der Essbare Garten ist schon zum Teil abgebaut. Hier sollen demnächst die Stadtteil-Obstbäume der Sternlauf-Aktion aus dem vergangenen Jahr gepflanzt werden. © Michael Klein

Am 27. März (Mittwoch) soll das nächste Akteurstreffen stattfinden, bis dahin soll eine Vereinssatzung fertig sein. Der Zweck: die Förderung von Natur, Kultur, Sport und Freizeit im Park. Bis dahin soll es weitere Termine geben und zwar am Lieblingsort von Hans Kratz: an der ehemaligen Jugendverkehrsschule. Dort sind eine Pflanzen- und Saatgut-Tauschbörse geplant und eine Aufräum-Aktion anlässlich der Dorstener Besentage.

Gespräche über Jugendverkehrsschule

Hans Kratz hatte im vergangenen Stadtkrone-Jahr dafür gesorgt, dass Bläsergruppen der Gesamtschule Wulfen vor diesem Gebäude auftreten werden. Was künftig mit der ehemaligen Jugendverkehrsschule passiert, die Marion Taube zum „Kunstkiosk“ umfunktioniert hatte, ist noch nicht klar. „Wir stehen in Gesprächen“, mehr will Bürgermeister Tobias Stockhoff noch nicht verraten. Die künftige Nutzung werde sich jedenfalls mit der Nachbarschaft (Altenzentrum) vertragen.

Wer beim Bürgerpark-Trägerverein mitmachen will, der kann eine Mail schicken an kratz.dorsten@t-online.de
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