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Gemeinschaftshaus Wulfen lehnt Großveranstaltung der AfD ab

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Die Arbeiterwohlfahrt hat eine Großveranstaltung der Alternative für Deutschland (AfD) im Gemeinschafshaus Wulfen abgelehnt. An anderer Stelle könnte die Partei mehr Erfolg haben.

Dorsten

, 05.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Von einer Vortragsveranstaltung Ende März mit 600 Teilnehmern war die Rede, als der Sprecher des AfD-Stadtverbandes Dorsten, Marco Bühne, in der vergangenen Woche offiziell im Gemeinschaftshaus Wulfen (GHW) anfragte. Die Absage der Arbeiterwohlfahrt, die Trägerin des Gemeinschafshauses Wulfen ist, kam prompt.

„Nicht mit unseren Grundsatzpositionen vereinbar“

„Das Parteiprogramm der AfD sowie rassistische Äußerungen einzelner Politiker vor allem in Ostdeutschland sind mit den Grundwerten der Arbeiterwohlfahrt unvereinbar“, bestätigte der Assistent der AWO-Geschäftsführung im Unterbezirk Recklinghausen, Oliver Mau. Er beruft sich auf „verschiedene Grundsatzpositionen des Bundesverbandes zum Umgang mit der AfD“.

Bei der geplanten Veranstaltung handelt es sich vermutlich um die Präsentation eines AfD-Kandidaten aus NRW für die Europawahl im Mai. Der Landesverband der AfD listet auf seiner Homepage eine ganze Reihe solcher Veranstaltungen auf. Die Termine stehen, aber nicht immer ist der Ort schon klar. Marco Bühne und der AfD-Stadtverband Dorsten äußerten sich am Montag auf Nachfrage nicht.

Die Stadt könnte nicht absagen

Die Zahl der Räumlichkeiten für Veranstaltungen mit mehreren hundert Teilnehmern ist in Dorsten überschaubar. Während die Türen des Gemeinschafshauses Wulfen für die AfD geschlossen bleiben, könnte die Stadt Dorsten eine Anfrage beispielsweise für die Aula des Gymnasium Petrinum nur bedingt ablehnen. „Demokratische Parteien können grundsätzlich städtische Räumlichkeiten für den Prozess der politischen Willensbildung in Anspruch nehmen – und dies in aller Regel unentgeltlich“, sagte Stadtsprecher Ludger Böhne am Montag auf Anfrage.

Und doch gibt es Unterschiede: Sporthallen können nur gebucht werden, wenn sie nicht „sportlich belegt“ seien. Räume in Schulen könnten Parteien überlassen werden, wenn „schulische Belange nicht beeinträchtigt werden“, so Böhne. Innerhalb der letzten sechs Wochen vor Wahlen werden politische Veranstaltungen in Schulen aber nicht mehr zugelassen. „Derzeit“, betonte Böhne, „liegt kein Antrag einer Partei für eine politische Veranstaltung vor.“

Nebenbei: Der Ratssaal im ersten Obergeschoss des Rathauses darf von den Ratsfraktionen genutzt werden, von Parteien dagegen generell nicht.

Das Gemeinschaftshaus wird gerne gebucht

Wie die Leiterin des Gemeinschafshauses Wulfen, Marlies Krause-Flaßbeck, am Montag bestätigte, wird die Agora des Kultur- und Begegnungszentrums am Wulfener Markt nicht nur für Theater- und Kabarettveranstaltungen gerne gebucht. Zuletzt richtete dort der CDU-Stadtverband am 27. Januar seinen Neujahrsempfang aus, „aber auch Vereine und die Freiwillige Feuerwehr sind immer wieder unsere Gäste“. Das kostet einige hundert Euro und variiert je nach Größe der Veranstaltung und ob auch Catering und Technik bereitgestellt werden müssen.

Gemeinschaftshaus Wulfen lehnt Großveranstaltung der AfD ab

Die Dorstener Zeitung richtet seit einigen Jahren im Gemeinschaftshaus Wulfen die Preisverleihung für den Unternehmer des Jahres aus. © Guido Bludau

Die Abiturienten der benachbarten Gesamtschule feiern im GHW ihre Abi-Vorpartys und den Schulabschluss, im Herbst findet dort eine Seniorenmesse statt. Unternehmen buchen den Saal schon mal für Jubiläumsfeste und Präsentationen. Die Dorstener Zeitung richtet seit einigen Jahren im Gemeinschaftshaus Wulfen alljährlich ihre Preisverleihung für den Unternehmer des Jahres aus.

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