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Diebe sind in Dortmunder Krankenhäusern immer wieder Thema

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Für das Jahr 2017 hat die Polizei 281 Diebstähle im Kontext mit Dortmunder Krankenhäusern registriert. Die Kliniken raten: Patienten sollten Wertgegenstände besser zu Hause lassen.

Dortmund

, 11.02.2019 / Lesedauer: 4 min

Diebstahl im Krankenhaus klingt zunächst dramatisch, weckt Bilder von wehrlosen Patienten, denen Fremde vor ihren eigenen Augen Wertgegenstände aus den Schränken klauen. Das jedoch ist äußerst selten – wie Diebstahlfälle in Krankenhäusern generell.

281 hat die Dortmunder Polizei im Jahr 2017 „im Zusammenhang mit Krankenhäusern“ registriert, sagt Polizeipressesprecher Kim Ben Freigang am Montagmittag am Telefon. Das bedeutet aber nicht, dass die Tat in einem Patientenzimmer, geschweige denn innerhalb des Krankenhauses passiert sein muss. NRW-weit zählt das Landeskriminalamt 6497 Diebstähle dieser Art, weniger zwar als im Vorjahr, jedoch deutlich mehr als noch 2011.

Öffentliche Orte, zu denen jeder Zutritt hat

In Dortmund, so Freigang, sei die Zahl tendenziell rückläufig. Ein Problem ist es dennoch: Krankenhäuser sind öffentliche Orte, allein das Klinikum Dortmund betreut pro Jahr rund 70.000 Patienten stationär. Dass diese Menschen dort von Freunden, Bekannten und Familie besucht werden können, ohne dass diese sich am Eingang Personalkontrollen und Taschenscans unterziehen müssen, ist ein hohes Gut. Wohlwollende Besuche tragen zur Gesundung der Kranken und Operierten bei, das ist bei den Krankenhäusern erfahrungsgemäßer Konsens.

Hier beginnt das Dilemma: Denn gleichzeitig können solche öffentlichen Orte natürlich auch Menschen betreten, die möglicherweise zu keinem stationär behandelten Patienten einen Bezug haben, die im Gegenteil vorbei kommen, um zu stehlen – oder die, anders herum, eine sich bietende „Möglichkeit“ (wie beispielsweise ein unbeobachtet auf einem Nachttisch im offenen Zimmer herumliegendes Telefon) ganz ungeniert nutzen.

Wertgegenstände und Geld sollten möglichst zu Hause bleiben

„Unsere Stationen stehen grundsätzlich Patienten und Besuchern ohne individuelle Kontrolle offen“, heißt es vom Klinikum Westfalen, das die Knappschaftskrankenhäuser Lütgendortmund und Dortmund trägt, auf unsere Anfrage. „Ganz auszuschließen ist daher nicht, dass hier einmal jemand mit krimineller Absicht unterwegs ist.“

Wie auch Reisende an Bahnhöfen und Flughäfen darum gebeten werden, ihr Gepäck „nicht unbeaufsichtigt“ zu lassen, so bitten deshalb auch die Dortmunder Krankenhäuser auf ihren Webseiten und bei den Aufnahmegesprächen ihre Patienten darum, Wertgegenstände und Geld möglichst zu Hause zu lassen – und wenn sie doch entsprechendes mitbringen, es in die dafür bereitstehenden Safes zu schließen oder auf der Station oder an der Information zur Aufbewahrung abzugeben.

„Viele Patienten denken aber leider zu wenig darüber nach“, sagt Axel Westermann, Pflegedirektor des Katholischen Krankenhauses Dortmund-West. Technische Geräte wie teure iPads und Notebooks, aber auch Smartphones seien einerseits beinahe selbstverständlich im Gepäck der Patienten mit dabei – „es gibt ja mittlerweile auch WLAN in verschiedenen Bereichen“ –, er spricht aber auch von Gegenständen, die im Krankenhaus weniger nützlich sein dürften: teurer Schmuck, Familienerbstücke, hohe Bargeldbeträge.

„Drei bis vier Vorfälle pro Jahr und pro Haus“

Die katholische Lukas-Gesellschaft, Träger des Josefs-Hospitals in Dortmund und des Katholischen Krankenhauses Dortmund-West, haftet im Falle von Diebstählen nicht. Auch erhebt das Haus keine Zahlen, denn das sei schwierig: Zwar rufe man immer die Polizei, doch „am Ende ist es eine zivilrechtliche Frage, ob der Patient Anzeige erstattet oder nicht“, sagt Westermann. Sein Gefühl sage ihm jedoch: „Es tritt nicht gehäuft auf.“ Auch in den Knappschaftskrankenhäusern gebe es kaum Fälle von Diebstahl, heißt es: „Wir registrieren etwa drei bis vier Vorfälle pro Jahr und pro Haus.“

Gudula Stroetzel, Pressesprecherin des Johanneshospitals in der Innenstadt, spricht aus Erfahrung: Vor allem handele es sich bei im JoHo gestohlenen Dingen um Smartphones, „und das passiert so zwei bis drei Mal im Monat.“ Bei jedem Aufnahmegespräch auf der Station, das überdies schriftlich protokolliert werde, würden die Patienten darauf hingewiesen, „dass sie ihre Wertgegenstände bei uns in einem sicheren Tresor unterbringen können“, für den das Krankenhaus auch hafte.

Rundgänge der Sicherheitskräfte vor allem auf der Intensivstation

„Natürlich kontrollieren wir keine Menschen beim Reingehen“, sagt sie am Telefon. Dennoch hat das Krankenhaus, anders als beispielsweise das Josefs-Hospital oder das Krankenhaus Dortmund-West, mit Kötter Security einen Sicherheitsservice beauftragt. Dessen Mitarbeiter gehen abends, nachts und am Wochenende durchs Haus, vor allem auf der Intensivstation. Ihr Eindruck sei, so Stroetzel, „dass die Patienten insgesamt sensibler geworden sind und weniger Wertvolles mitbringen.“

Ob die Zahl von 281 Diebstahlfällen überhaupt so sicher ist, bezweifelt das Klinikum Westfalen ohnehin: Selbst wenn etwas im Krankenhaus verschwindet und die Polizei gerufen werde, könne es immer auch sein, dass der Gegenstand verlegt wurde – „oder versehentlich von einem Zimmernachbarn eingesteckt“.

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